lífið er yndislegt

Island

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Mein Island/ Dein Island

Sonntag, 02.12.2012

hey,

 

also mein Island wird niemand sehen, da jeder andere nicht dasselbe fühlst wie ich... wir leben ja alle in einer Pipilangstrumpfwelt, denn jeder nimmt Sachen anders wahr... klar kann ich dir versuchen mein Island zu zeigen, Háafell, aber du wirst da dich wahrscheinlich nicht so zuhause fühlen wie ich... für mich ist es da so zu sagen einfach zu Hause ankommen.. und wir können auch zu meinem keinen Wasserfall laufen, der Monate lang mein Nachbar war. Doch Du wirst da nicht die Erinnerungen haben, die ich daran habe... Du wirst nicht die Einsamkeit spüren, nicht die Freude, nicht durch meine Augen sehen und auch nicht mit meinen Schuhe Wandern

Klar kann ich dir meine Lieblingsflecken, sei es nur der knorrige Baum an der Weggabelung  zeigen.. doch Du nur den knorrigen Baum am Wegesrand sehen und nicht das was ich damit verbinde.. also ist es wichtig, dass jeder seine eigenen Erinnerungen sammelst, dass jeder eigene Bilder von meinem zweiten Zuhause bekommst, in dem Land in dem ich zwei Familien habe…

Mein Traumland

Sonntag, 02.12.2012

Eiskalt, rau, einsam. Dies sind nur einige Begriffe, die auf das Land meiner Träume angewandt werden. Doch ich sage, es ist ein Land voller Überraschungen. Ein Land, bei dem die Hitze des Vulkans und die eisige Kälte, des Nordpolarkreises aufeinander treffen. Ein Land voller Widersprüche, mit seiner eigenen Schönheit.

Oft werde ich gefragt warum ich so hoch in den Norden möchte. Nach Island. Und eine Antwort habe ich nicht parat. Jedes Mal fällt diese anders aus. Ich habe keine Antwort dafür, es geschah einfach, als ich dieses Land in meinem Atlas entdeckte. Früher hat mich diese Insel wahrscheinlich gereizt, da es die größte Vulkaninsel der Erde ist.

Wer ich heute frag, weshalb ich unbedingt dahin möchte bekommt die Antwort: “Gegen die Hitze kann man sich nicht ausziehen, nackter wie nackt geht nicht. Aber gegen die Kälte kann man sich einpacken!“

Und doch lass ich mich nicht davon abbringen dorthin zu gehen!

Blog Name

Sonntag, 02.12.2012

Lífið er Yndislegt 

Leben ist Wundervoll, wie es übersetzt lautet.

ich kam auf den Namen, da ich seit meiner ersten Isländisch-Sprachstunde einen Ohrwurm von dem Lied habe.

 

Hier bekommt ihr das Lied sogar mit Lyrics ^^

 

http://www.youtube.com/watch?v=UuDECK4iqmo

 

Lífið er yndislegt

Á þessu ferðalagi fylgjumst við að,
við eigum
örlítinn vonarneista fyrir hvort annað.
Í ljósu mánaskini vel ég mér stund
og segi:
„Ég myndi klífa hæstu hæðir fyrir þig.“

Ég væri ekkert án þín
myrkrið hverfur því að

lífið er yndislegt, sjáðu,
það er rétt að byrja hér.
Lífið er yndislegt með þér.

Blikandi stjörnur skína himninum á
hún svarar:
„Ég trúi varla því sem augu mín sjá,“
og segir:
„Ég gef þér hjarta mitt þá skilyrðislaust.
Ég veit að
þú myndir klífa hæstu hæðir fyrir mig.“

Ég væri ekkert án þín.
Myrkrið hverfur því að

lífið er yndislegt, sjáðu,
það er rétt að byrja hér.
Lífið er yndislegt með þér.

Lífið er yndislegt, sjáðu,
það er rétt að byrja hér.
Lífið er yndislegt með þér.

Nóttin hún færist nær.
Hér við eigum að vera.
Núna ekkert okkur stöðvað fær,
undir stjörnusalnum
inní Herjólfsdalnum.

Lífið er yndislegt, sjáðu,
það er rétt að byrja hér.
Lífið er yndislegt með þér…

 

 

 

Bloggen

Montag, 10.12.2012

Eigentlich weiß ich nicht warum ich Bloggen möchte.. Meine Familie bekommt schon seit ich hier bin (21.08.2012) Rundmails.. Aber ich weiß selbst noch, als ich mir Unschlüssig war ins Ausland zu gehen, dass man nur von Agenturen Erfahrungsberichte bekommt und da ich ohne jegliche Hilfe ins Ausland wollte.

Vielleicht könnte es ja für die Spätere generation zu Nutzen sein ^^

Meine erste Woche

Montag, 10.12.2012

Da meine erste Woche hier in Island verstrichen ist, dachte ich es wäre mal Zeit ein Lebenszeichen von mir zu geben. Und da ich denke, dass man Rauchzeichen in Deutschland selten mitbekommt, außer sie legen den Flugverkehr lahm, verpacke ich die Rauchzeichen lieber in eine Mail.

 

Lang, lang ist es her, als ich dienstags, den 21. August 2012 an den Stuttgarter Flughafen fuhr. Es war sehr komisch, zu wissen, dass man bald in den Flieger steigt, um dann in einem anderen Land einige Monate lang zu leben, aber das Ganze noch nicht wirklich realisiert zu haben. In meinem Heimatdorf bzw. auch in Stuttgart war es so heiß, dass die lange Hose, die ich an hatte, schon fast zu viel war... Dieses schwüle Wetter werde ich ganz sicher nicht vermissen… Vielleicht die ein oder anderen Sonnenstrahlen, vielleicht auch etwas die Wärme, die ich von Zuhause gewohnt war… aber ganz sicher nicht, dass klebrig, heiße Wetter… Nichts gegen wärme oder Sonne, aber ich habe was dagegen, wenn alles klebt und der Schweiß nur so tropft…

 

Der Gang in die Sicherheitszone war etwas Aufwendiger… da der Scanner mich anscheinend nicht mochte, wurde ich in so eine Kabine gestellt und wurde abgetastet. Anschließend sollte ich die Schuhe ausziehen und diese wurden dann extra durch den Gepäckscanner geschoben. Anschließend gab mir ein Sicherheitsbeamter  sie wieder. Bis ich dann endlich fertig war mit der Sicherheitskontrolle, bzw. bis ich meine Sachen zusammen gepackt hatte, rannte ich zum Gate. Dort Angekommen kam eine Durchsage mit meinem Namen, die ich nicht verstand. Hatte ich was liegen lassen? Ich rannte zurück zu der Kontrollstation. Dort angekommen sagte ich einer Sicherheitsbeamtin, dass eine Durchsage kam, die meinen Namen beinhaltete, aber ich diese nicht verstanden hätte. Diese Frau schickte mich zu einem Raum, dorthin käme alles Gepäck, was bei den Scannern liegen bleibt. In diesem Kabuff schaute ein Polizist auf mein Ticket, bekam sehr große Augen, springt auf und zog mich wieder hinaus... Im Gehen, erklärte er mir, dass ich schon längst an Bord des Flugzeuges hätte sein sollen.  Wieder am Gate schickte mich der Polizist eine Treppe hinunter und meinte, dass dort ein Bus stehen würde, in den ich einsteigen müsse.

 

Na Super, erster Flug und gleich geht Alles drunter und drüber.

 

Dennoch landete ich Heil in Düsseldorf… Nun hieß es für mich Zeitvertreiben, bis  ich weiterfliegen durfte.

 

Auf dem Weg nach Island geriet das Flugzeug immer und immer wieder in Turbolenzen. Eine nette Person hat mal zu mir gesagt, dass sich Turbolenzen im Flieger sich anfühlt, als würde man mit dem Auto über eine Schotterpiste fahren... Von wegen! In Island fahr ich andauernd über Schotterpisten und das finde ich immer noch angenehmer, also die Turbolenzen die ich im Flieger mitbekommen habe.  Dennoch war das Fliegen schön, aber das „Essen“, also den Snack den man bekommen hat, kann man aus dem Fenster hinausschmeißen.  Dieser Snack bestand aus Pappigen Weißbrot, nach nichts schmeckenden Käse und toten Salat. Igitt. Sorry ich bin verwöhnt... bzw. mein Gaumen ist verwöhnt...

 

In Keflavík am Gepäckband, viel mir mein Herz tief in die Hose. Um mich herum sammelten die Leute ihre Gepäckstücke ein und verschwanden Allmählich. Hoffentlich sind meine Koffer weitergeleitet worden. Hoffentlich steh ich jetzt nicht hier und meine Koffer liegen noch in Düsseldorf. Doch durfte ich meinen Trekkingrucksack und Koffer in Island empfangen.

 

Ich musste 20 Minuten auf meine Gastmutter warten. Aber sie bewegte sich ja noch in der akademischen doppelviertelstunde, also war es verzeihlich. ^^

 

Bis wir in Háafell ankamen, war es schon 2am (für Deutschland 4uhr in der Nacht). Auf der ganzen Autofahrt, zeigte mir Jóa wo die Blitzer stehen und auf was man im Isländischen Straßenverkehr zu achten hat. Das meiste hab ich aber wieder vergessen, da ich an dem Tag bzw. Nacht kein Kopf für so etwas hatte. Eigentlich wollte ich nur ins Bett. Doch eine Besonderheit fiehl mir auf. Warum bauen wir Brücken über unsere Flüsse, wenn die Isländer sich unter ihren Fjorden Tunnel graben?

 

~ 22.08.12 ~

Erster Tag in Island. Am Frühstückstisch, erntete ich ein paar skeptische Blicke, als ich mit langer Hose und T-Shirt dort erschien. Beim Frühstück stellte ich fest, dass ich das Brot aus Deutschland auch vermissen werde. Hier gibt es kein Brot L. Das was meine Gastmutter als „normal bread“ bezeichnet, nenne ich eher Toastbrot ohne es zu tosten. Als wir nach dem Frühstück hinausgingen, wusste ich auch warum ich so skeptisch beäugt wurde am Frühstückstisch... Es war zu kalt um nur mit einem T-shirt bekleidet zu sein.  Ich zog mir eine Jacke über und stiefelte meiner Gastmum hinterher  über den Hof. Als erstes machten wir bei den kleinen Ziegen halt, sie gab mir eine Flasche und ich Fütterte die Ziege. Mina war ihr Name, während meine Hostmum Bambi fütterte. Die andere Ziege. Sie zeigte mir den Hóf und erklärte was zu machen war im Laufe der Zeit. Als wir wieder Zurück waren, in dem Bauernhaus räumte ich meine Koffer aus und verstaute den Inhalt in die zur Verfügung gestellte Kommode. Dann schoss ich die ersten Bilder von meinem jetzigen Zimmer.

Im Esszimmer saß Jóa (die Hostmum) und schlürfte ihren Kaffee. Kaffi, wie Kaffee auf Isländisch heißt. Als ich mich zu ihr setzte, kamen die zwei Jungs hinein. Rögnvaldur (Röggi) und Reynir. Sie gaben mir die Hand, lächelten, stellten sich mir vor.  Jóa und die Jungs unterhielten sich auf Isländisch, kurz darauf waren Röggi und Reynir verschwunden. Meine Hostmum hatte dann nichts Besseres zu tun, außer mir zu sagen, dass die Jungs jetzt mein Bett abbauen, da Reynir mit ein paar Freunden in ein Arpartment zieht. Sämtliche Fragen schossen mir durch den Kopf. Muss ich mein Zimmer wechseln? Ich hab doch erst meine Koffer ausgepackt! Doch Jóa zog mich ins Freie, sammelte mit mir die Eier von den Hühnern ein und gingen in die Küche des Hofladens, wuschen die Eier mit einem feuchten Lappen ab und setzten dieser in 6er Kartons. Nachdem klebte Jóa ein Sticker mit dem Logo des Hofes darauf und untendrunter schrieb sie handschriftlich „(Hofname) egg“.

Danach schickte sie mich mit Röggi nach Borgarnes zum Einkaufen. Hufe für die Pferde und etwas zum Essen für uns. Auf dem Weg dahin und zurück machten wir an sämtlichen Touristenatraktionen halt. Einmal an einem „Berg“. Die kleine Schweizerin die ich kenne würde das als Hügel oder wenn sie ein Auge zu drückt als Bergchen bezeichnen. Dennoch stand auf diesem Bergchen ein Tisch, auf dem eingezeichnet war, in welche Richtung man schauen muss um welche Stadt zu sehen. Ich verfluchte mich, dass ich keine Kamera einstecken hatte und Röggi mir erklärte, dass ich, wenn ich mal mit dem Auto unterwegs sein sollte, immer nur zum höchsten Berg fahren muss. Beim Rückweg machten wir an einer heißen Quelle halt. Hier kommt das Wasser n der Natur als 100°C heiße Brühe vor. Deshalb muss man auch sehr vorsichtig sein, wenn man den Wasserhahn aufdreht, denn  in Deutschland warten wir bis das Wasser warm wird und hier warten wir bis es als kaltes Wasser aus dem Hahn tropft. Wieder zurück auf der kleinen Farm im nirgendwo, nachdem wir uns gespeist und getränkt hatten gingen mein Gastvater, Röggi  und ich in den Stall den Pferden neue Hufe zu verpassen. Meine Aufgabe bestand darin, den Männern das Werkzeug zu reichen und die Pferde ruhig zu halten…

Danach lief ich todmüde in mein Zimmer um mein neues Bett zu begutachten. Es  hat Schubladen. Das kam mir sehr gelegen, denn die Kommode ist viel zu klein, wenn man diese noch mit Elsa teilen muss.

 

 

~23.08.2012~

 

Heute erklärte mir Jóa, wie man die Milch für die beiden Lämmer (Ich habe sie Max und Moritz getauft) und die kleinen Ziegen zubereitet (Bambi und Mina). Zwei gehäufte Tassen auf ein Liter warmes Wasser für die beiden Ziegen oder eine gehäufte Tasse auf ein Liter Wasser für ein Lamm. Anschließend stiefelte ich hinaus und gab den kleinen die Flasche. Gott, die zwei Hände die du dem Menschen schufst, reichen nicht, dass man zwei kleine Ziegen füttern kann und zwei gierige Lämmer davon abhalten, den Ziegen die Milch zu klauen. Dennoch gelang es mir das Ganze mit nur zwei Händen zu bewältigen.

Fegen, Kaffeekochen, Bambi davon abhalten den toten, verdorrten Baum dort umzuschmeißen bzw. ein Blätterchaos auf dem Frisch geputzten Boden zu veranstalten, das sind die Arbeiten, die Im Hoflanden anfallen. Als Jóhanna und ich auf Kundschaft warteten, verkündete mir sie, dass wir in den Wintermonaten, in denen sie Sonne kein Licht auf Island wirft, dass wir zusammen stricken. Da ich ja nicht stricken kann, versuchte ich ihr das ganz schnell wieder auszureden. Doch beim Antworten merkte ich, dass die sieben Jahre Englisch, die ich genießen durfte, mir nichts Lebensnotwendiges beigebracht haben. Denn ich wollte ihr sagen, dass ich nicht stricken kann (den Teil bekam ich noch gut hin), aber ich mit häkeln kein Problem hätte (was heißt zum Teufel häkeln auf Englisch?)

Wenig später bat mich meine Hostmum, den Pferden frisches Wasser zu geben, doch im Stall, haben die Pferde, den Eimer, in dem sie das Wasser serviert bekommen, dahin befördert, dass ich ihn nicht erreichen konnte, wenn ich Außerhalb der Absperrung blieb. Also wollte ich es meinem Gastvater gleich tun und schnell über das Tor schwingen. Doch das Tor geht mir bis zur Brust!. Da merk ich es wieder… ich bin zu klein für diese Welt! Obwohl.. eigentlich mag ich meine Größe.. also irgendwie komme ich da schon darüber. Nach einem Kraftaufwand, bis ich mich über das Tor gestemmt hatte und einer halben Ewigkeit hatten die Pferde auch ihr frisches Wasser. Danach galt es die Ziegen zu sortieren, da sie irgendwie geschafft haben sich bunt zu vermischen, standen die Kinder, wieder bei ihren Müttern und die Männchen bei den Weibchen. So hatte ich an dem Tag auch noch Ziegen herumzutragen, da die Männlein nichts bei den Weiblein zu suchen haben, und die Kinder erst zu ihren Müttern dürfen, nachdem diese gemolken waren. Nach dieser Arbeit hatte ich etwas Freizeit, die ich nutze um Fotos zu knipsen, damit die daheimgebliebenen wissen wie ich hier lebe.

 

~24.08.2012~

 

Auf dem Hof gibt es immer dieselbe Arbeit. Aufstehen, den kleinen die Flasche geben, rein Frühstücken.

Heute ging ich zum ersten Mal mit zum Ziegen melken. Denen wird zuerst den Hintern gekämmt, die Wolle in kleine Säcke gepackt und dann mit einem feuchten Lappen die Zitzen abgeputzt. Röggi und Jóa molken die Ziegen, während ich sie ruhigstellen durfte...  Das ist eine sehr angenehme Arbeit, einfach die zeigen zu streicheln, denen etwas zu sagen oder mit Brot zu füttern.  Da heute die Kids nach Hause kamen (Thon, der jüngste Sohn zuerst) war das Ziegen auf die Weide treiben, nicht so aufwendig, wie die vorherigen Tage.

Als im Biohofladen nichts los war, machten wir dort Eisparty. Röggi hatte beim letzten Eiskaufen Karamell-, Vanille und Daim-Eis  geholt. Während Sich meine Hostfamily von allen Sorten reichhaltig auf ihre Teller luden, begnügte ich mich mit einer kleinen Portion Karamell- und Daim-Eis. Eigentlich ist es draußen schon kalt genug, dass man kein Eis braucht….

Nach der Eisparty, nachdem ich die Teller gespült hatte, ging ich in den Garten Johannisbeeren zu ernten. Eine sehr Frostige Arbeit, wenn der Wind einen ins Gesicht blies und die Finger nach kurzer Zeit Eiszapfen waren. Im Bauernhaus begrüßte mich eine sehr freudige Gruppe. Diese bestand aus meinen Gastgeschwistern (Elsa, Röggi, Reinyr, Thon & Hrefina), zwei Freunden von Elsa und Jóhanna und mein Gastvater. In Island ist es üblich, dass sobald Kinder im Schulfähigen Alter waren, dass sie nur noch Wochenendes zur Familie kommen. Zumindest für die Farmerkids. Wie es bei den Stadtkindern aussieht weiß ich es nicht.

 

 

~25.08.2012~

 

Stromausfall! Ach wie gut, das ein Laptop mit Akku ausgestattet ist.  Doch draußen ist ein Stimmengewirr meiner Gastgeschwister… Ich könnte denen mal zur Hand gehen.

So wir haben wieder Strom… schon länger, aber ich hab lieber mit den Kids Filmabend gemacht, als an der Rundmail weiter zu tippen… Ja, ich tu ja schon Asche auf mein Haupt... Verzeiht mir!

Da die Eltern heute Morgen verschwunden sind, da Jóa auf irgendeine Konferenz musste, da sie ja bei den http://www.farmholidays.is/ angemeldet ist, hatten wir ja so mehr oder weniger Sturmfrei… Es hieß lange nicht, dass wir dann heute Frei hatten, wir hatten das übliche, dann nur wir Kinder zu regeln… Es war sehr  anstrengend, vor allem da ein Bus voller Gäste ankam und die Betreut werden wollten. Aber auch ein anstrengender Tag mit einem sehr angenehmen Ende muss auch einmal zu Ende gehen. Also Gute Nacht!

 

 

~26.08.2012~

 

Sonntag.. Es wäre ja unchristlich, wenn man heute arbeiten müsse und da ich in einer christlichen Familie gelandet bin, beschränkte sich die Arbeit auf das Ziegen melken und auf die Weide führen, Kuchen zu backen und ein gemütlichen Tag auf der Couch zu verbringen.

 

 

~27.08.2012~

 

Hmm. Nach so einem faullenzer-Tag kann es ja mit der neuen Woche ja schön losgehen… Morgen vor einer Woche bin ich in den Flieger gestiegen… Oh wie die Zeit vergeht. Die Arbeit hier fühlt sich wie Urlaub an ^^

Die Kinder sind seit gestern Abend wieder in der Schule und Jóa ist auch wieder von Ihrer Konferenz heimgekehrt.  Hier auf dem Lande verlier ich jegliches Zeitgefühl. Erlenbach  ist ja nicht sonderlich groß, aber in Island würde es als Kleinstadt durchgehen. Also ich bin in einer isländischen Kleinstadt aufgewachsen, verbringe 10Monate auf dem Lande, wenn alles passt und ziehe dann in eine isländische Großstadt…  das wird eine Umstellung :D

Naja und wie Mutter schon gesagt hat… Ich komme, was meine „Lieblingsbeschäftigung“ angeht, vom Regen in die Traufe… Wäsche von zehn Personen zu Waschen ist ja kein Problem… Tür auf, Wäsche rein, Waschmittel dazu, schnell ein paar Knöpfchen gedrückt und dann zwei Stunden warten, dann sind die Kleider frisch gewaschen. Leider noch nicht getrocknet, gebügelt und zusammengefaltet im Schrank. Bügeln muss ich hier zum Glück nicht, aber waschen, aufhängen, abhängen und falten. Ach vermiss ich de Wäscheklammer Säcke zuhause, aber bei den 20 Wäscheklammern die Jóa besitzt braucht man die Säcke wohl wahrlich nicht. Dennoch stell ich (zumindest wenn ich Kochwäsche aufhänge) immer ein Wäscheklammermangel fest. Ab und zu fehlen auch Waschkörbe und Wäscheleinen, aber die hat dann der Hund (Skuggi) geklaut und demnach leichter aufzutreiben als der Rest.

 

 

~28.08.2012~

 

Heute hab ich, außer der alltäglichen Arbeit (spülen, Wäsche machen, Ziegen und Lämmer die Flasche geben, den Hofladen betreuen, Ziegen melken und auf die Weide treiben) Vokabeln gelernt. Hauptsächlich von Sachen, die man im Haushalt braucht ^^

Ziege geit

Flasche = flaska

Messer = hníf

Gabel = gaffal

Löffel = skeið

Kartoffel = kartafla

Schatten = Skuggi

Danke = Takk

Beim Melken der Ziegen hatten wir einige neue Gesichter dabei. Beim Nachbar scheinen wieder 10 seiner Ziegen ausgebüxt zu sein… Dennoch wurden diese von uns gemolken, die Milch können wir ja genauso gut verkaufen und mit auf die Weide getrieben, bis der Nachbar kommt um diese abzuholen.

 

~29.08.2012~

 

Heute durfte ich auf den Berg hinterm Stall steigen um Blaubeeren zu pflücken, die angeblich dort Wachsen. Tun sie ja auch... Aber entweder die Schafe, die dort Weiden, fressen die meisten, oder sie Tauchen wirklich nur so vereinzelt auf.  Bambi, eins der Sorgenkinder, die ich mit der Flasche versorge scheint dünner zu werden, deshalb bekommt er jetzt viermal statt dreimal pro Tag seine Flasche mit Milch. Mina (das andere Ziegenbaby) ist da nicht so begeistert von, das Bambi die Flasche bekommt und sie selber nur zuschauen darf, da sie nur dreimal täglich ihren halben Liter Milch bekommt. Aber die zwei Lämmer, Max und Moritz, sind richtig eifersüchtig, die bekommen in der Regel nur zweimal pro Tag ihre Flasche, Max oder Moritz hat mich heute umgerannt, als ich Bambi die Flasche geben wollte… Es war wahrscheinlich lustig mit anzusehen, wie das Lamm mit der Flasche im Maul über die Weide rennt, die Milch verschüttet und ich hinter diesem doofen Vieh herrenne. :D

Zeitunterschied und Erster Monat

Montag, 10.12.2012

Diesen Zeitunterschied zwischen Flügeln und Wurzeln vergesse ich viel zu häufig. Deshalb wundere ich mich meistens, wenn es um 19Uhr schon heißt „Ich bin müde, ich gehe ins Bett“… Brave Kinderchen, Sandmann ist vorbei, dann geht man ins Bett, ihr wurdet ja gut erzogen ;)

 

 

~30.08.2012~

 

Oh Gott.. Mein schlechtes Karma hat mich wieder eingeholt. Nicht mal in Island lässt es mich in Ruhe. Jóa ist auf den Berg hinterm Haus gestiegen, um Krækibern zu sammeln, die ich eigentlich tags zuvor holen sollte. Aber da ich mit dem Begriff Krækiber nichts anfangen konnte, meinte Jóa, dass es so eine Art von Blauberen sei.. Ich habe treu und tapfer Blauberen gesammelt.. nur halt keine Krækibern, aus denen Jóa Saft machen wollte. Also habe ich den Tags über die Ziegen versorgt. Später ist Röggi einkaufen gefahren und ich spülte das Geschirr, hing die Wäsche auf und ab, staubsaugte durch das Haus und verkrümelte mich um mein Buch weiter zu lesen. Es war ja eh keiner da. Grad als ich im Buch versunken war,  stand Jóa im Türrahmen. Roter Beerensaft der Blut schrecklich ähnlich sah, floss dickflüssig von der Stirn hinab, die Wange entlang und tropfte Schließlich auf Ihren Pullover. Schlechter Scherz Jóa.. Sie stammelte etwas, dass ich nicht verstand, da es ein Isländisch-Englisch-Gemisch war. Sie setzte sich im Esszimmer auf einen Stuhl.. Alle Farbe ist aus ihr gewichen und sie begann zu zittern.. Blut!

Bis ich realisiert habe, dass der „Beerensaft“ doch Blut war begann ich auch zu zittern.. Oh Gott warum kann es doch nicht lieber ein dummer Scherz, sein um mir einen Schrecken einzujagen? Ich rief die Nachbarn an, damit sie meine Gastmutter zum Arzt bringen… In der Zwischenzeit hat Jóa sich etwas erholt und bat mich schnell ein Foto von ihr zu schießen, da ich meine Kamera vom Vortag noch in der Hosentasche hatte. Damit sie sich endlich das Blut aus dem Gesicht wusch erfüllte ich ihren Wunsch und schoss dass gebetene Foto. Sie ging duschen um das Blut aus ihrem Gesicht und Haaren zu waschen. In der Zwischenzeit kamen die Nachbarn. Ich kochte diesen jeweils eine Tasse Kaffee, da sie Ja auf Jóhanna warten, die noch unter der Dusche stand, den Sie anschließend tranken. Ich holte auch die restlichen isländischen Pfannkuchen vom Vortag… Es machte Spaß Gastgeber zu spielen und nicht nur der Gast zu sein. Wär der Grund ein anderer als ein Loch im Kopf meiner Gastmutter, wäre es sogar erfreulicher. Als Jóhanna aus dem Badezimmer kam setzte sie sich zu uns, trank mit den Nachbarn Kaffee und aß isländische Pfannkuchen, die eher den Französischen Crêpes  ähneln als die deutschen dicken Pfannkuchen.  Nachdem Sie ihren Kaffee ausgetrunken hatten  und Jóa mit den Nachbarn zum Arzt fuhr, dass sie sich das Loch in ihrem Kopf endlich nähen ließ, war ich schon vollkommen mit den Nerven am Ende.

 

 

~31.08.2012~

 

Gestern, bevor Jóhanna auf den Berg stieg und das Unheil seinen Lauf genommen hat, hatte sie mir eröffnet, dass  heute Abend ein Fest war und scherzhaft gemeint, dass ich dort „The dark side of Iceland“ erleben werde. Und ich freue mich schon drauf. Heute Morgen hängt Jóhanna ziemlich in den Seilen. Das Loch in Ihrem Kopf wurde genäht, dennoch durfte sie die Nacht über nicht schlafen.  Demnach bat sie mich ihren Part zu übernehmen. Also war für mich heute beim Melken nicht nur Ziegen ruhig halten angesagt, sondern richtig Handanlegen bei den Eutern… Dennoch war das Melken sehr deprimierend. Nachdem ich mühsam 200ml Milch aus einer Ziege bekommen hatte, gab diese meinem Messbecher einen gewaltigen Tritt und der Messbecher flog im hohem Bogen einmal Quer durch den Stall. Die Katzen haben sich gefreut. Ich mich leider Gottes nicht so.. Dumme Ziege!

Nach und nach kamen - wie jeden Freitag - die Kinder von der Schule oder Uni zurück. Da es heute Abend auf den Tanz geht, brachten Elsa und ihr Freund Pizza mit. Sie haben sogar an eine Vegetarische für mich gedacht. Leider waren dort Oliven darauf. Das erste Stück aß ich treu und tapfer mit den übel schmeckenden Oliven.  Danach habe ich sie runter sortiert... Jóa hat sich darüber gefreut, dass sie die Oliven essen durfte. Es war sehr lustig, obwohl etwas Aufbruchstimmung herrschte. Elsa und ich schminkten uns. Dennoch war meine ältere Gastschwester letztendlich angemalter als ich. Vielleicht benutze ich mein Make-up etwas zu dezent ,aber es ist immer noch besser als zu angemalt auszusehen. ^^

Gegen Mitternacht brachen wir auf in Richtung der kleinen Hütte in der Nähe von Borgarnes.

Nachdem ich eine Zeit lang mit Elsa unterwegs war, traf ich Elisa. Elisa ist ein deutsches Mädchen, das ein Au-Pair Jahr bei mir in der Nähe macht. Unsere Island Zeit endet ungefähr um dieselbe Zeit. Es war schön jemanden zu treffen der Deutsch kann. Das erweckte ein Gefühl von Vertrautheit. Und zumindest ein gemeinsames Interesse haben wir: Island!

Elisa ist schon über einen Monat hier. Deshalb stellte sie mir ihren Kumpel Óli und der kleine Bruder ihrer Gastmutter (Érikur) vor. Dieser stellte uns Snæbbi und ein andern Isländer vor, dessen Namen ich vergessen habe, aber  nach dem Abend „Mr. Stock im Arsch“ nannte. Als Elisa und ich begannen deutsch zu reden,  es gab so viel zu bequatschen, mischte „Mr. Stock im Arsch“ dann mit, in einem grammatikalisch korrekten Deutsch. Ich war beeindruckt, wie man sich so einer Sprache bedienen kann, als hätte man zu vor nie etwas anderes Gesprochen. Elisa meinte, er hätte einen österreichischen Akzent, aber um ehrlich zu sein, ist mir das nicht aufgefallen, obwohl „Mr. Stock im Arsch“ in Österreich gelebt hat.  Achja der Isländer, dessen Namen ich vergessen habe, kam zu seinem ach zu freundlichen Namen („Mr. Stock im Arsch“), da man ihn absolut nicht zum Tanzen überreden konnte.

 

 

~01.09.2012~

 

Oh Gott bin ich müde. Um 3Uhr morgens war Sperrstunde. Doch die Nacht war noch lang nicht vorbei. Ich stand noch knapp eine Stunde mit meinen neuen Bekanntschaften im Kalten.  Snæbbi wollte einen letzten Tanz mit mir (ohne Musik) und ich ließ ihn gewähren. Óli, Elisa, Mr. Stock im Arsch und Érikur redeten noch eine ganze Weile, bis ich mich dann von der Gruppe löste, da ich meine Gastgeschwister nicht unnötig warten lassen wollte. Röggi ist mit einem Mädchen nach Hause... Und ich will nicht wissen wie die Nacht bei ihm war. Jedenfalls waren wir Kinder nach der Party in der Küche, aßen die Reste der Pizza, danach gingen alle ins Bett... Außer Reynir und ich. Er musste sein letztes Jahr wiederholen, da er in Deutsch durchgefallen ist, deshalb saßen wir im Esszimmer, zeigten mit dem Finger auf verschiedenste Sachen und sagten jeweils, was es in unserer Muttersprache heißt. Und erzählten ein bisschen aus unseren Leben (auf Englisch).

Der Rest vom Tag war nicht so spektakulär. Bambi füttern und auf der Couch rumfläzen, weil man so hundemüde ist,  da man erst um 7 ins Bett gekrochen ist und um 12 wieder raus.

 

 

~02.09.2012~

 

Erntetag! Ach, was für eine Freude es doch ist, mit Einmalhandschuhen und zwei 20kg Kartoffelsäcke bewaffnet, wühlte ich mit meine Fingern in der Erde rum um diese beiden Säcke zu füllen. Noch eine Größere Freude, war die Erde aus Hose und Händen zu waschen…  :)

 

 

~03.09.2012~

 

Da Röggi und Jóa mit der 40Mann-Gruppe, die aufgetaucht war, dachte ich, dass ich den Ofen in der Küche reinigen könnte.  Als die Ofentür öffnete, fiel mir ein, dass ich den Reiniger vergessen hatte, deshalb schloss ich die Tür wieder, holte den Reiniger und bekam anschließend die Tür nicht mehr auf. Oh Gott, was jetzt? Ich wollt doch nichts kaputt machen...

Nachmittags hat Jóa mir erklärt, dass man erst gegen den Ofen treten muss, bevor er auf geht.

Ofen Putzen ich komme :)

 

 

~04.09.2012~

 

Manchmal gibt es einfach nichts zu erzählen, auch wenn das Leben einer heranwachsender jungen Frau vielleicht spannend ist, vor allem, wenn sie ihre Erfahrungen auch im Ausland sammelt. Dennoch es gibt manche Tage an denen, das normale Chaos ist. Aber ich hab heute zum ersten Mal Post bekommen. :)

Ach wär es schön, wenn im Briefkasten ab und zu mal eine Postkarte, ein Briefchen oder so für mich drin liegen würde... (Wink mit dem Zaunpfahl)

 

 

~07.09.2012 & 08.09.2012~

 

Die letzten Tage war ich nur draußen beim Kartoffelernten. Die Erde, die an meinen Fingern klebt, werde ich nach stundenlangem Händeschrubben immer noch nicht los.

Heute hat mein Gastvater Geburtstag. Deshalb waren alle Familienmitglieder anwesend. Auch die älteste Tochter aus Reykjavik mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter Embla. Es gab ein richtiges Festmahl. Was für mich leider nur aus Kartoffeln bestand. Der Rest hatte einen richtigen Braten, Sauce, Kartoffeln und Rhabarbermousse. Isländer essen erstaunlich ähnlich wie die Franzosen. Immer Marmelade zum Käse. ^^

Zwischendrin wurden dann die Schafe von den Bergen geholt und auf die Weide getrieben. Danach gab es Pfannkuchen mit verschiedensten Marmeladen, Schokoladensauce, Früchten, Zucker und Sahne.

Gegen 3Uhr morgens verschwanden wir doch noch im Bett. Um 9Uhr stieg ich wieder auf und versorgte meine Zicklein. Während ich Bambi die Flasche gab, kletterte Armúr (das andere Ziegenbaby) auf meine Schulter. Ich saß da, mit Branda (die Stallkatze) auf der linken und Armúr auf der rechten Schulter sitzend und auf meinem Schoß saß Bambi, fröhlich an seiner Flasche. Danach wurde der Geburtstag meines Gastvaters weitergefeiert. Diesmal mit Familie und Nachbarn.

Gegen sechs Uhr brachen wir auf. Zu einer kleinen isländischen Réttir. Réttir ist nichts anderes als ein Schafsabtrieb, da werden die Schafe von den Bergen zusammen getrieben, in ein Gatter gesperrt und anschließend von den Bauern aussortiert, welches Schaf zu welchem Hof gehört. Da es eine kleine Réttir war, war das Gatter, in dem die Schafe waren, in einem Achteck angeordnet. Und bei jedem Eck gab es ein kleines Türchen und hintendran ein weiteres Gatter. An jedem dieser Türchen hing das Schild mit dem Namen des Hofes, dessen Schafe dabei sein könnte. Da ich mich mit den Stallnummern nicht so auskannte schnappte ich mir einfach ein Schaf und ging von Tür zu Tür und frage, ob das Schaf zu dem Hof gehört. Es war lustig, aber auch furchtbar anstrengend, da Schafe eine ungeheure Kraft haben.

 

 

~10.09.2012~

 

Es Schneit!!! *-* Draußen tobt es… Ein richtiger Schneesturm.

Jóa ist mit meinem Gastvater im Krankenhaus, da er verdacht hat auf Herzrhythmusstörungen. Es heißt Röggi und ich sind allein zuhause. Naja aber Röggi ist krank und liegt mit Grippe im Bett… Es fühlte sich an, als wäre ich nicht mit meinem großen Gastbruder alleine, sondern ganz alleine zuhause. Nachmittags, als ich Bambi seine Mittagsflasche zubereite, merkte ich, dass Röggi vergessen hatte, das Wasser im Stall zuzudrehen. Das Wasser stand 5cm Hoch auf dem Boden. Die Ziegen waren dennoch im Trockenen. Bei Pfützen hätte ich gewusst, dass ich den Besen nehmen sollte und das Wasser gehen Abfluss fegen soll… Aber bei so einer Menge?

Habe ich Bambi die Flasche gegeben, dann abgewartet. Meinen kranken Gastbruder möchte ich ungern wecken. Eine Stunde später ging ich noch einmal in den Stall und sah, dass es größtenteils schon abgeflossen war. Mit dem Besen half ich etwas nach und stiefelte durch das Schneechaos zurück zum Haus. Gerade als ich an der Haustür ankam, kamen meine Gasteltern aus dem Krankenhaus zurück. Ich erzählte ihnen, was geschehen war und mein Gastvater ging zum Stall, um nachzusehen wie groß der Schaden war.

Beim Abendessen bekam ich gesagt, dass es zum Glück keinen Schaden gab und ich das schlimmste verhindert hätte… Mir fiel ein Stein vom Herzen.

Es hat aufgehört zu schneien. Der Schnee liegt nur einige cm hoch.. aber vielleicht hält er sich 5 Tage. :) Denn wann kann man als Septemberkind sagen, dass man Schnee an seinem Geburtstag hatte? :)

 

 

~11.09.2012 -14.09.2012~

 

Dienstags nachmittags, eher abends, bekam ich gesagt, dass Jóa Besuch von zwei deutschen Mädchen erwartete, die im Sommer vier Tage bei ihr ausgeholfen haben, bevor sie in den Osten Islands gingen, um dort 4 Monate auf einer Gemüsefarm zu arbeiten. Die Mädchen wollten um 21Uhr in Borgarnes mit dem Bus ankommen. Ich rannte um meine abendlichen Aufgaben zu erledigen, bevor wir zur Stadt aufbrechen. Als ich mit der Flasche für Bambi rannte um schnell über das Gatter zu springen, damit er die Flasche trinken darf rutschte ich aus (nach dem Schnee kam Eis), knallte auf den Boden und rutschte etwas den Schotter hinab. Tut gut.. Kann ich nur empfehlen.

Kurz vor Borgarnes bekam Jóa eine SMS, dass die Mädchen ihren Bus in Reykjavik verpasst haben und erst gegen 23Uhr in Akranes ankämen, so gingen wir noch schnell einkaufen, besuchten Hrefna, Reynir und Thon in der Schule… Ok Reynir im kleinesten, orangenen Haus in ganz Akranes. ^^

Als wir gegen Mitternacht mit den zwei Mädchen (die ihr Studium in Skandinavienwissenschaften abgeschlossen haben und zusammen 4 Monate in Island verbracht haben und beide mindestens 5 Jahre älter waren als ich) Heim kamen, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben die Nordlichter.

Es war so atemberaubend und da die Lichter hinter unserem Berg auftauchten sah es sogar richtig Magisch aus.

Jóhanna erzählte uns eine kleine isländische Sage, dass in der Zeit, in der die Welt ganz dunkel wurde, die Menschen in der Dunkelheit verlassen und trostlos fühlten, die Feen bunte Lichter an den Horizont malten, damit die Menschen sehen, dass irgendjemand an sie dachte. So sollen die Northern lights entstanden sein. Dennoch hatte ich nach der Geschichte von Jóa und dem Anblick am Horizont Gänsehaut.

Tags darauf, als Alle Arbeit erledigt war, machten wir Deutschen einen Spaziergang zu meinem direkten Nachbarn. Ein Wasserfall!. Eigentlich sind es ja zwei Kleine, die zusammen ein großen ergeben.

Aufjedenfall saßen wir erstmals am Wasserfall, erzählten ein bisschen und aßen frisch gepflückte Krækibern. Anschließend kletterten wir den Felsen hoch, direkt am Wasserfall entlang, um zu den Kleineren zu gelangen. Von dort Oben hatte man eine wunderbare Aussicht. Leider Gottes hatte meine Kamera, die ich immer in der Hosentasche bei mir trage, kein Akku mehr. Ich werde es aber nochmal schaffen, mit vollem Akku zum Nachbar zu laufen und Bilder zu schießen :)

 

 

 

 

~16.09.2012~

 

Heute und morgen ist eine große Réttir angesagt. Heute war der Schafsabtrieb, da kommen die Reiter, die drei Tage auf den Bergen verbracht haben um die Schafe zusammen zu treiben, den Berg herunter geritten, vor sich die Schafe. Anschließend läuft man den Schafen hinterher, bis zu dem Ort, bei dem Sie aussortiert werden. Es war schön mit zu laufen, auch wenn es saukalt war. Schafe soweit das Auge reicht. Ich hab es geschafft beim Abtrieb noch Fotos zu schießen, während der Wanderung, leider nichtmehr. Dennoch war es eine Schöne Wanderung, mit dicken Pfannkuchen, die mit Butter bestrichen waren und mit Käse, Wurst oder Ei belegt waren, oder den dünnen isländischen Pfannkuchen mit Zucker, dazu gab es heißen Kakao.

 

 

~17.09.2012~

 

Noch nie habe ich so viele Schafe auf einen Fleck gesehen. Ich habe Fotos geschossen, aber Auf den Bildern kann man nicht erkennen wie es in real ausgesehen haben muss. Die kleine Réttir hat mir Spaß gemacht, aber bei der großen fand ich es furchtbar. 3 Schafe haben ein Horn verloren, eines ein Auge und zwei wurden von den restlichen Schafen einfach totgetrampelt. Eigentlich ist so ein Schafsabtrieb ja nichts schlimmes, aber man sollte eine Grenze setzen, wie viele Schafe in den Kreis getrieben werden dürfen, um diese auszusortieren. Vor allem was für ein Stress es erst für die Schafe sein muss, die das ganze Jahr auf den weiten der Berge erlebt haben du dann so eng zusammen gepfercht stehen müssen, damit sie einen warmen Stall im Winter haben.

 

 

~18.09.2012~

 

Heute hat Röggi den Fußboden feucht durchgewischt, während ich das Badezimmer geschrubbt habe, dass die braun angelaufenen Fliesen wieder weiß waren. Beim Abendessen erzählte er stolz seiner Mutter, dass er im Haushalt mitgeholfen habe. Ich lachte und meinte, dass ich ja so stolz auf ihn sei, dass er den Fußboden putzen könne. Irgendwie war es Situationskomik, jedenfalls haben wir uns nicht mehr gekriegt vor Lachen.

 

 

~19.09.2012~

 

Ich hätte im Bett bleiben sollen. Heute war ich vor allen anderen wach, öffnete die Haustür, damit sie ihre Morgentoilette draußen verrichten könnten, doch Skuggi (der schwarze Hund) kam schneller zurück als Bòssi (der weiße Hund), sprang mich an, (damit hab ich in meinem verschlafenen zustand als letztes mit gerechnet) ich flog um und knallte mit dem Kopf an die Gefriertruhe im Flur. Autsch!

Den rest des Tages versuchten wir ein paar Ziegen von den Bergen in unseren Stall zu treiben und rannten denen sieben Stunden hinterher. Aber wir schafften es 20 gesund und munter unters Dach zu bringen. Nummer 21 ist 60m eine Klippe hinunter gefallen, die wir dann mit Zicklein Heim getragen haben. Doch starb die weiße Ziege im Laufe des Abends.

Dennoch war nicht alles schlecht heute, denn Jóa eröffnete mir, dass ich montags von 17-18.30Uhr Tanzkurs habe und ein 21 jähriger Tanzherr darauf wartete, dass er eine Tanzpartnerin bekommt. Also ein Tanzpartner hab ich schon. Mal gespannt was mich da erwartet. Und ab 19 Uhr werde ich ab sofort montags und Mittwochs in Isländisch unterrichtet. ^^

 

 

~20.09.2012~

 

Eine vierzig Personen Gruppe aus Minnesota angereist. Die mir gespannt zusahen, wie ich Bambi die Flasche gebe, mit Amúr auf der einen und Branda auf der anderen Schulter. Mich mit Max und Moritz stritt, die ich seit knapp drei Tagen von der Flasche abgesetzt habe. Und zwei weiteren Zicklein erklärte, dass diese eine Mutterziege haben, die genug Milch für die beiden übrig hätte. Als ich über die Absperrung sprang, nachdem Bambi seinen Liter Milch intus hatte löcherten mich die Leute mit Fragen. Wie heißt die Katze? Habe ich nur ein Flaschenkind oder mehrere? Wie ist es so viele Tiere zu haben? Und und und. Ich beantwortete alle Fragen und kurz vor den Hofladen meinte eine ältere Lady zu mir, dass meine Mutter dadrin wäre. Ich lachte und meinte einfach nur „fast“ als sie mich verdutzt anschaue, erklärte ich ihr, dass meine Gastmutter darin wäre, aber meine richtige Mutter in Deutschland sei. Kaum waren die Worte ausgesprochen scharte sich wieder ein Haufen Leute um mich und wollten wissen wie lange ich bleibe, was ich hier mache, was ich vorhabe, nachdem ich meine Zeit hier beendet habe und und und. Es war schön gelöchert zu werden, dennoch war ich erleichtert, als sie in ihren Bus stiegen und wieder fort fuhren.

 

Ps: Ich hatte Schnee an meinem Geburtstag  So wirklich Heimweh hatte ich seit ich angekommen bin noch nicht, aber an dem Tag, an dem man vor einigen Jahren das Licht der Welt erblickte habe ich mich ziemlich einsam Gefühlt. Auch wenn der Geburtstag in Deutschland sich nicht arg von anderen Tagen unterscheidet, kommen nachmittags zumindest ein paar Verwande vorbei zum Kaffee und Kuchen. Hier scheinen irgendwie alle mein Geburtstag vergessen zu haben.

Dennoch hatte ich mehr im Haushalt zu machen als draußen. Ich schrubbte die Küche, verstaute die Einkäufe in dem Chaos, das Jóa Speisekammer nennt. Hing die Wäsche auf und ab, Staubsaugte durch das Haus. Reynir zerstörte meine frisch geputzte Küche, indem er anfing einen Kuchen zu backen. Aber ich bekam mein „Geburtstagskuchen“ von einem jungen Kerl gebacken.. Das bekommt man nicht alle Tage :)

Wer nachbacken möchte..

Hier ist das Rezept

 

Skúffukaka

 

 

2 ¼

bl

Hueiti

1

bl

Sykur

½

bl

Kakó

1

tsk

Salt

1

tsk

Matarsócti

1

tsk

Lyfticluft

1

dl

Olía

2

 

Egg

1

bl

Súrmjólk

1

tsk

Vanilludropar

¾

bl

Vatn

 

Abends saßen wir im Wohnzimmer und sahen uns zusammen Sophie Scholl im Fernsehen an. Das Schöne an Island ist, dass die Filme, die im Fernsehen kommen, auf Originalsprache, also der Sprache, in dem der Film gedreht wurde, gezeigt wird,  lediglich mit Isländischen Untertitel. Demnach hatte ich sogar an meinem Geburtstag deutsches Fernsehen :)

Gegen 22Uhr sprang Jóa mit den Worten auf „You’ve Birthday today!“ und rannte aus dem Wohnzimmer. Mein Geburtstag hat Fluchtgefahr. Na schönn :/.

Sie kam zurück, mit einem dunkelgrünen Armband, die sie in verschiedensten Farben im Hofladen verkauft, drückte mich und gratulierte mir. Ich war so gerührt, mir standen die Tränen in den Augen. Danach verteilte Jóa Vanilleeis mit Caramellsauce, was wir vorm Fernseher löffelten. ^^

Es war doch noch ein schöner Tag!

Drei Jahreszeiten

Donnerstag, 13.12.2012

Einige von euch werden in den Kalender schauen, wenn sie wissen wollen, welche Jahreszeit rein theoretisch sein sollte... In Island jedoch braucht man nur den Gesprächen der Farmer zu zuhören.

Wenn diese über Lämmer reden, ist es wohl Frühling,

im Sommer über Heu und im Herbst über Schafe.. und wenn sie nichts von den drei Gesprächsthemen haben, ist es wohl Winter.

 

 

~24.09.2012~

 

Heute geht’s in die Sprachschule… Bis ich zurückkomme, werde ich wahrscheinlich Isländisch dann verstehen können und vielleicht auch reden. Und nach einem Monat in der Einsamkeit mitten im Nirgendwo bekomme ich endlich die Change regelmäßig in die Stadt zu gehen, dort zur Schule zu gehen, Neue Kontakte zu knüpfen. Hier in Island ist es schwer Leute kennen zu lernen, wenn man irgendwo zwischen Fjord, Wasserfall und Berg wohnt Kilometerweit bis zum nächsten Nachbar. Jetzt, da ich die Gelegenheit habe in die Stadt zu kommen, merke ich erst, wie mir hier die Decke so langsam auf den Kopf fiel... Wie ich an Manchen Tagen richtig Lustlos an die Arbeit gegangen bin, da es irgendwas wie Monotonie war. Aufstehen, morgens erstmals mit Jóa reden... dann mit Röggi raus zum Melken. Dann alleine irgendwas arbeiten und abends mit dem Gastvater, Jóa und Röggi Abendessen und vor den Fernseher fläzen, Buchlesen, kurz Mails checken und mit Jóa ihre  Lieblingsserie zu schauen. Mir fehlte der Kontakt zur Außenwelt. Aber nichts desto trotz habe ich in Háafell meine Familie... Ich fühle mich wohl hier. Auch wenn Röggi und ich immer noch nur miteinander reden, wenn wir zusammen arbeiten. Aber dennoch verstehen wir uns…  man Braucht keine Worte, das merke ich auch bei meinem Gastvater, da er kein Englisch spricht oder versteht, verständigen wir uns auch ohne Worte.

Als mich mittags Elisa mich fragte, wo sich die Sprachschule überhaupt befindet, hatte ich überhaupt keine Ahnung. In Borgarnes. Aber Borgarnes ist groß. Gegen drei Uhr mittags brachen Jóa und ich auf nach Borgarnes, obwohl Tanzen von 17 bis 18.30Uhr ist und Sprachschule von 19 bis 21.30Uhr.  Wenn man die 40Minütige fahrt bis in die Stadt rechnet (wenn man sich nicht an die Höchstgeschwindigkeitsangaben hält), dann ist dann immer noch über eine Stunde Zeit, bis ich weiter muss. Aber Jóa hat ein Meeting bei dem isländischen Roten Kreuz und Elsa kocht dort eine Suppe. Also dachte ich mir, dass ich helfe beim Kochen.

So habe Ich dann fleißig Paprika, Äpfel, Chili, Zwiebeln und Knoblauch geschnitten und gefühlte 100 Passierte Tomaten Dosen geöffnet und mir beim Suppe immer wieder in ein größeren Topf kippen meinen Weißen Shirt ein paar rote Spritzer verpasst…

Bis ich dann zum Tanzen gegangen bin müsste ich ja nach der Suppe schon gerochen haben... also sehr arg nach Tomate, einen Hauch von pikanter Würze… einfach lecker ^^

Im Tanzkurs merkte ich schnell, dass hier nicht nur aus Spaß getanzt wird, sondern richtig für Turniere trainiert wird. So hatte ich mir das Tanzen nicht vorgestellt, ich wollte aus Spaß tanzen und nicht trainieren, um auf irgendeinem Turnier zu glänzen. Doch Tat es gut sich so richtig wieder Auszupowern und Nassgeschwitzt nach draußen zu gehen, um dort dann abgeholt zu werden um in die Sprachschule zu gehen. Ich versuchte per SMS Elisa zu erklären, wie man zur Schule kommt, da sie keine Ahnung hatte wohin sie muss, da ihr Gastvater es ihr nicht genau erklären konnte. Da sie aber meine SMS nicht verstand, ließ ich sie Hinter den Roten Kreuz auf mich warten, bat die Lehrerin kurz jemand anderes Abholen zu gehen und sprintete die Straße hinauf und hüpfte immer über die kleinen Grünflächen die neben den Parkplätzen immer waren die Straße hinauf zum Roten Kreuz. Erklärte Elisa, wie sie zur Sprachschule kommt und sprintete zurück... bei der letzten Grünfläche schaffte ich es nicht darüber zu hüpfen, rutschte aus und fiel hin. Irgendwie falle ich des Öfteren einfach um, wegen irgendeinem kleinen Missgeschick... War das schon in Deutschland so? Oder häuft sich das gerade nur in Island an?

Die Isländischstunde war heavy… War nicht Gestanden, dass es Íslensku für Beginner ist?

Warum verstehe ich dann kein Wort, was die Lehrerin sagt? Ok sie hat anfangen Englisch zu reden, wenn man sie Genug angestarrt hatte, wie eine Kuh wenn’s Blitzt... aber die Lehrerin (Hulda) ist sehr nett und außerdem habe ich ja vor Isländisch zu lernen, also muss ich jetzt da durch. Außerdem sehe ich so Elisa öfters und kann mit ihr Quatschen und so.

Nach dieser Heavy Íslenskustunde gönnten wir uns eine Fastfood Pizza mit Cocktailsauce… Naja ich weiß immer noch nicht was Elisa daran so toll findet, aber es war essbar. Danach erlebte ich meine erste Rúndur mit Elisa und Óli durch Borgarnes. Rúndur ist einfach im  Auto Kreise ziehen, Musik hören und Quatschen und den Himmel nach Northern lights absuchen.

 

 

~26.09.2012~

 

Lífið er Yndislegt… Ach ist das ein tolles Lied… Wir (Elisa, Óli und ich) haben dieses Lied bei der Rúndur gehört… es ist eine tolle Einstimmung auf die Sprachschule des heutigen Tages. Doch ich hatte nicht erwartet, dass Elisa mir die ganzen 2,5Stunden in der Sprachschule damit die Ohren voll summt. Aber wir saßen in der Sprachschule und haben während wir natürlich fleißig Isländisch paukten, Lieder von Wise Guys angestimmt, sämtliche andere Kinderlieder, wie zum Beispiel „Meine Mami“ von Rolf Zuckowski. Ich glaube unsere Classmates müssen gedacht haben wir sind etwas verrückt. Nach der Stunde gingen wir noch kurz zu Óli nach Hause, um ihn dort abzuholen, da Elisa sich nicht traut, alleine von Háafell nach Ferjubakki zurückzufahren, obwohl sie mich nachmittags in meinem kleinen Zuhause mitten im Nirgendwo abgeholt hatte. Dann saßen wir in Ólis Zimmer schauten etwas Youtube. Irgendwann steckte der Vater sein Kopf durch die Tür und wir Unterhielten uns etwas. Ich erzählte, dass ich bei Jóhanna in Háafell arbeite und erfuhr dass Pétur (Ólis Vater) und Jóhanna jahrelang Klassenkammeraden waren. Als Ich gegen 23Uhr dann zu Hause ankam erwartete mich Jóhanna schon im Türrahmen. Oh dickes Ei.. hatte ich etwas falsch gemacht? Schließlich fragte Jóu wen ich besucht habe. „Óli“, antwortete ich Wahrheitsgemäß. Mein Herz pochte, wann kam nun der Anschiss, was habe ich nun vergessen oder welche Fehler sind mir unterlaufen? Bis ich merkte dass ein Lächeln sich auf Jóhannas Gesicht ausbreitete. Sie machte mir das restliche Abendessen warm (Kartoffeln etwas Brokkoli und Blumenkohl und das Ganze in etwas geschmolzener Butter übergossen) und erzählte mir, die Klassenkammeradengeschichte, die ich von Ólis Vater ja schon einmal gehört hatte.

 

 

~28.09.2012~

 

Wieder eine persönliche Réttir nur für Háafell. Kaum waren die Kids aus der Schule nach Hause ging es auf den Berg um die Ziegen runter zu jagen, damit sie anschließend eine Box im Stall bekommen. Zumindest für mich hieß es den Ziegen hinterher zu stolpern zu brüllen, damit sie in die richtige Richtung rennen und in das ein oder andere Loch zu fallen. Dennoch schafften wir es 35Ziegen in den Stall zu befördern, in nicht einmal 3Studnen. Wir sind echt gut ^^

Abends setzte ich mich noch zwei Stunden an den Küchentisch und lernte etwas Íslensku. Ich möchte zumindest etwas verstehen können, was die Leute um mich herum reden. Außerdem haben wir Neuerdings im Isländisch Unterricht ein Kursbuch. Das wollte ich auch mal durchblättern, damit ich weiß was alles auf mich zukommt :)

Doch am Küchentisch kabbelten sich die Kinder von Jóhanna um mein Buch und lachten, wie einfach das Isländisch sei, was ich nun lerne. Ich schaute die Kids an und meinte einfach nur, dass für euch zwar Isländisch einfach erscheint, dafür finde ich Deutsch einfach. Reynir stöhnte. Er liebt Deutsch wies Bauchweh. Er hat ja seinen Schulabschluss ja nur Wegen Deutsch noch nicht in der Tasche.

 

 

~02.10.2012~

 

Der Goldene Oktober ist nun angefressen und Jóhanna meinte, da ich nun drei Mal die Woche in der Stadt bin, brauche ich jetzt unbedingt eine isländische Telefonnummer. Ja richtig gelesen, ich bin drei Mal in der Woche in der Stad, mein Tanzkurs von montags ist auf dienstags verlegt worden. Somit muss ich nun montags und mittwochs für die Sprachschule nach Borgarnes und dienstags wegen dem Tanzen. Deshalb blätterte ich heute 2000ISK auf den Ladentisch und erhielt eine Simkarte mit einem Startguthaben von 2100ISK. Doch dann gab es Probleme mit dem Handy, da es rummeckerte, dass das Telefon nun gesperrt sei und ich den Netzwerkbetreiber Informieren solle. Abends schickte ich eine Hilfe Mail an meine Eltern, da man hier ohne Handy und Auto total aufgeschmissen ist.

 

 

~03.10.2012~

 

Jau, das Handy Funktioniert jetzt habe ich eine kleine süße Isländische Telefonnummer unter der ich nun erreichbar bin :)

Doch leider nur noch zwei Kontakte. Einmal meine Hostmum und dann nur noch Elisa. Aber das wird sich Hoffentlich schnell ändern.

Außerdem kann ich heute nicht zur Sprachschule gehen, da mich Elisa nicht abholen kann, Jóhanna mit Röggis PKW in Reykjavík ist und das Familienauto kaputt ist. :(

 

 

~08.10.2012~

 

Nach der Sprachschule holte mich Jóhanna ab, fuhren dann Elisas Auto hinterher zu Olís (eine Tankstelle, in der man sich auch hinsetzen kann und irgendwelches Fastfood verspeisen kann), da Jóhanna noch ihr Auto Tanken muss. Danach ging es noch in den kleinen Shop, trafen, ach welch ein Zufall, Elisa und Óli an einem Tisch sitzend. Jóa packte noch 3 Packungen Werther’s Orginal auf den Ladentisch und dazu was zu trinken für sich und eine Karamellschokolade für mich, obwohl ich sie darum gar nicht gebeten hatte. Aber die Schokolade war sehr gut.

 

 

~10.10.2012~

 

Heute nach der Sprachschule, nachdem ich mich von Elisa verabschiedet hatte und ich in das Auto einsteigen wollte, rief sie mir noch schnell zu ob ich am Wochenende auf den Tanz gehe. Grundsätzlich hätte ich jetzt ja gesagt, aber ich solle erst mal Jóa Fragen und Infos beschaffen, wo sich der Tanz befindet, wie ich hinkomme und wie ich zurückkomme.

 

 

~11.10.2012~

 

Heute erfuhr ich dass der Tanz an diesem Samstag stattfindet. Außerdem Kasperten wir aus, dass wir uns treffen und Elisa mich zu dem Tanz mitnimmt.

Ach ich freu mich schon auf Samstag :)

 

 

~13. – 14.10.2012~

 

Was für ein Chaos. Samstags bevor es zu dem tanz ging, versuchte ich Elisa zu erreichen, um mit ihr zu vereinbaren, wann wir uns wo in Borgarnes treffen. Ich klingelte sie ein dutzendmal auf dem Handy an, doch ich bekam nie einen Rückruf. Aber hey, ich möchte auf diesen Tanz! Aber das Auto meiner Gastgeschwister ist leider Gottes voll! Verdammt Elisa, ich bin auf dich angewiesen!

Als Reynir zu mir meinte, dass er um halb fünf nach Akranes aufbricht und es meine letzte Gelegenheit sei nach Borgarnes zu kommen. Also schrieb ich Elisa letztendlich im Facebook, dass ich gegen zehn nach fünf in Borgarnes sein werde. Ob wir uns nicht bei Olís treffe könnten. Jetzt heißt es nur noch beten, dass sie es rechtzeitig liest, damit ich nicht mitten in Borgarnes stehe und nicht weiß wohin.

Doch Reynir zeigte mir wo die Party am Abend steigen wird und erzählte mir, dass notfalls von Borgarnes ein Bus dorthin fährt. Kostenlos!

Naja und irgendwie Heim kommen werde ich sicher auch.

Und in Olís wartete zum Glück Elisa auf mich. Sie hatte ihr Telefon in Ferjubakki liegen gelassen, also war es ein Glück, dass ich ihr auf Facebook geschrieben habe wann ich wo sein werde. Dann ging es als erstes zu Óli nach Hause. Pétur’s Frau hat ganz lecker gekocht und mich sogar zum Essen eingeplant.

Danach, wurde isländische Lieder gehört, es kamen immer mehr Gäste unteranderem auch Johanna, sie ist auch eine Deutsche kommt ursprünglich aus Hamburg und studiert nun in Island.

Der Tanz war in einer alten Reitsporthalle, von der Decke Tropfte es, aber es hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Auch als meine Gastgeschwister mir eröffnete, dass in ihrem Auto immer noch kein Platz sei, rettete mich Pétur in dem er mich spontan einlud, bei ihm auf der Couch zu übernachten durfte. Gegen 2 Wurde die Party aufgelöst und dann ging es zurück und ins Bett… den Sonntag habe ich dann nicht gearbeitet, sondern wenig geschlafen (5stunden) mit Pétur Fernschauen müssen (was solle ich sonst tun?) Doch diese Familie hat Pay-TV somit gab es auch Deutsches Fernsehen, nämlich Kabel1 ^^ und somit schaute ich die Tagesschau. Es tat gut mal wieder mit zu bekommen, was in Deutschland so los war, auch wenn ich die Nachrichten immer für Pétur übersetzen durfte.

Ach ja und in der Nacht hat der Himmel geglüht. So viele Nordlichter habe ich auch noch nicht gesehen

 

 

~15.10.2012~

 

Putzen, Putzen, Putzen. Jóa hat heute Abend ein paar Freunde eingeladen, und ausnahmsweise spiel dann Sauberkeit eine Rolle, also hieß es putzen, putzen, putzen. Von morgens um 8 schwinge ich nun den Putzlappen, habe die Küche vollkommen geschrubbt, putzte die Fenster in Küche, Ess- und Wohnzimmer. Röggi übernahm das putzen des Badezimmers und der Fußböden. Und Jóhanna dirigierte uns was wir noch alles zu machen haben. Heute war meine Laune so was am Boden. Von 8-18uhr nur geputzt, dann Jóhannas Freunde da gehabt und jemand, der meine Frisch geputzte Küche wieder versaut, da die Dame für uns kochte. Und natürlich dann kein Sprachkurs für mich. Obwohl ich gerne Besuch in Háafell habe, wollte ich heute einfach nur noch ins Bett und nicht noch adrett aussehen und warten bis der Besuch verschwindet. Doch was tut man nicht alles Für die Gastmutter. Dennoch war meine Weisheit des Tages: Putzen kann einen den ganzen Tag versauen!

 

 

~23.10.2012~

 

Obwohl ich Arbeite wie immer... jeden Tag mindestens sechs Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche  und da ich auf der Arbeitsstätte wohne immer Bereit stehe, wenn Not am Mann ist habe ich immer noch das Gefühl zu wenig zu arbeiten.

Vielleicht liegt es daran, dass es auf dem Hof zur Zeit kaum Arbeit gibt und das Röggi entweder mir die Arbeit weg nimmt oder ich Röggi. Außerdem hat mir Jóhanna gesagt, dass ich über die Wintermonate auf den Hof gefangen bin, da Sie im Eis und Schnee nicht zur Stadt fahren. Also so hatte ich mir mein Island Jahr nicht vorgestellt. Jóa schlug mir vor mit mir zusammen etwas neues in Stadtnähe zu suchen. Doch wenn einem etwas zu entschwinden droht, weiß man was man am alten hatte. Und verdammt, ich bin zwar erst 2Monate in dieser Familie, aber ich habe sie verdammt lieb gewonnen, jede Person für sich, mit ihren Eigenheiten. Röggi, der lieber für sich ist und kaum ein Wort spricht, Elisa, die ihr Rudel braucht und quasselt wie ein Wasserfall und die Lautstärke des Hauses verdreifacht, Hrefna die sich zwar zurück zieht, aber wenn man sie anspricht sie so lange redetet, bis einem das Ohr einmal abgefallen und wieder angewachsen ist. Thon, der sich lieber hinter seinem Computer versteckt. Reynir, der jedes Mal fluchend durch das Haus rennt, da er wieder seine Schnupftabakdose verlegt hatte.

 

 

~25.10.2012~

 

Was ich vergessen habe zu erwähnen, Jan (ein Schüler, der mit Elisa und mir sich in der Sprachschule befindet und im Hótel Brú arbeitet) hat am Montag den Fehler gemacht und hat uns zwei Mädels eingeladen, ihn zu besuchen und uns im Hótel die Bäuche voll zu schlagen ;)

So beschlossen wir (Elisa und ich) dass wir ihn am Freitag mal einen Besuch abstatten werden. Am besten ist er darf uns ja noch abholen :)

Außerdem habe ich eine Mitfahrgelegenheit gefunden, dass ich an diesem Wochenende auch etwas von Island sehen darf :)

Das wird ein schönes Wochenende, auch wenn eine Entscheidung noch aussteht, ob ich die Wintermonate in der Einsamkeit verbringen möchte oder mir lieber etwas in der Stadt suchen möchte. :/

 

 

~26.10.2012~

 

Heute habe ich kaum etwas gegessen. Ein paar Trauben, denn ich möchte mir ja nicht das leckere Fisch Buffet verderben, in dem ich mir den Bauch schon zuvor vollschlage.

Und das Essen war der Hammer! Jan, Elisa und ich verspeisten zu Erst unser Mahl, dann gesellte sich der Chef noch zu uns an den Tisch und irgendwann tauchte sein Sohn aus irgendeiner Ecke auf und beschäftigte uns mit irgendwelchen Metallknobeleien oder einem anderen Spiel. Es war sehr lustig. Wir redeten eine Menge. Außerdem hat mir Elisa eine Telefonnummer besorgt, da ich zu Ihr kam mit meiner Sorge, was für eine Entscheidung ich zu Fällen habe. Jan, der Deutsch etwas verstehen kann, bekam unser Gespräch mit und meinte, dass ich auch im Hótel Brú Arbeiten könnte. Das wäre natürlich besser, als den Bauern, den Elisa so kurzfristig auftreiben konnte. Doch erst mal gehe ich auf mein Wochenendtrip und Entscheide dann was ich tu!

 

 

~27. – 28.10.2012~

 

Mit meiner Mitfahrgelegenheit fuhr ich nach Snæfellsnes, das ist die lange Halbinsel an der ich Wohne. Dort machten wir öfters Halt um zu fotografieren und kleine Stückchen hin und her zu laufen. Doch bei dem Ersten halt, rutschte ich noch mit der Kamera in der Hand auf einer kleinen Eisplatte aus und fiel hin. Dem Display der Kamera tat es nicht sonderlich gut. Jetzt befindet sich in der rechten unteren Ecke ein kleiner Sprung, somit ist dieser Punkt nun Schwarz. Hoffentlich reist es nicht noch mehr ein.

Snæfellsnes besteht mehr Oder Weniger nur aus Lavafeldern und Fischerdörfchen. Im Nebel schaut das ganze etwas Trostlos aus. Unser Zweiterhalt war an der Ráðfelderschlucht ein schönes Örtchen. Ansonsten haben wir Fischerdorf für Fischerdorf abgefahren und  dort nach Sehenswürdigkeiten umgesehen. Der bekannte Gletscher Snæfellsjökull, konnte man leider durch die dicken Nebelschwarten nicht sehen.

Danach sind wir nach Akranes gefahren erst zum Leuchtturm/ Leuchttürme und dann zu dem einzigsten Sandstrand weit und breit. Anschließend dort in einer kleinen Jugendherberge Übernachtet.

Sonntags sind wir dann nach Búðardalur, dort in der Nähe sollte mal der Erik der Rote (wenn man der Sage von Erik der Rote Glauben schenken darf) gewohnt haben. Erik hat vor Columbus Amerika entdeckt. Er war (laut sage) Norweger, doch wurde wegen Totschlags von seiner Heimat vertrieben, somit landete er auf Island. Und von Dort aus schipperte er nach Grönland und entdeckte Amerika. In der Nähe von Búðardalur  war sein Haus, in dem er gelebt haben sollte nachgebaut worden. Anschließend ging es wieder auf den Heimweg. Wir machten einen kurzen Zwischenstopp in Bifröst und bestiegen einen Vulkan, dann fuhren wir in Richtung Reykholt, da ich ja auch irgendwann wieder zurück muss, mit einem kurzen Umweg zum Barnafoss und Hraunfossa. Barnafoss, was auf Deutsch nichts anderes als Kinderfluss heißt ist ein Großer Wasserfall, aus dem das Ganze geschmolzene Gletscherwasser in die Hvítá (mein Fjord vor der Haustüre) fließt. Der Wasserfall verdankt seinen Namen, da es früher einmal eine Steinbrücke über diesen Wasserfall gegeben haben solle. Und an Weihnachten sind zwei Farmer (ein Ehepaar und Eltern zweier Kinder), die in der Nähe des Wasserfalles hausten ohne ihre Kinder zur Weihnachtsmesse gefahren. Als sie zurückkamen, stand ihr Haus leer, die Kinder verschwunden, deren Spur führte zu der Steinbrücke, von der sie Abgerutscht sind und anschließen im brausenden Wasserfall ertrunken sind. Die Mutter ließ diese Steinbrücke zerstören, damit diese Brücke keinem anderen so einen Verlust und Schmerz zufügen kann, wie es ihr wiederfahren war.

In Háafell war etwas Chaos. Jóa hatte Gäste. An einem Sonntag, das ist ungewöhnlich, da sonntags grundsätzlich der Hofladen geschlossen ist. Und die Jungs laufen mit ihren orangenen Regenlatzhosen herum. Sehr ungewöhnlich.

Doch als Jóa meine Anwesenheit bemerkte drückte sie mich, fragte wie meine Reise war und erzählte mir, dass Jan die Gäste vorbeigeschickt hatte, da die dänische Familie zu Zeit im Hótel Brú hauste. Dann bat sie mich den Ziegen im Stall frisches Wasser zu geben. Im Stall wurde ich von einem Männerhaufen überrascht. Röggi, der mit einem Schlauch (mit dem Schlauch, mit dem ich die Ziegen normalerweise tränke) Blut mit Wasser vermischte und Richtung Abfluss befördert. Der ganze Fußboden des kleinen Vorraumes ist Rot. Reynir kam hinter der Ecke hervor mit Innereien. Darm, und so. Bis auf Herz, Niere und Leber war alles in seinen Armen anwesend. Sie Schlachten! Warum warnt mich hier niemand vor?

Ich war so froh, als ich fertig war, mit dem Wassergeben der Ziegen. Der Stall war erfüllt von einem Geruch. Der Geruch von Tot würde ich jetzt mal sagen, da ja ein Totes Schaf am anderen Ende des Ganges hängt und gerade die Innereien entfernt werden. Als ich mit dem Wasserschlauch zurückkam, wurde ich gebeten, das Innere des Schafes, da es keine Organe mehr hatte auszuspülen, damit das Blut dort ausgewaschen ist. Ich tat wie mir gehießen. Das Rot, was sich nun auf dem Fußboden verteilte, darf ich nur nicht als Blut ansehen, das ist einfach nur rote Farbe.

 

 

~29.10.2012~

 

Am Morgen erzählte mir Jóhanna, dass übers Wochenende Veigar, der Chef von Jan, übers Wochenende angerufen habe und sich nach mir erkundigt hätte. Außerdem, dass ich abends nach der Sprachschule mit Jan zum Hótel Brú fahre, um dort ein Probe Praktikum zu absolvieren, denn vielleicht kann ich dann dort arbeiten, damit ich nicht ein der Einsamkeit zu einem Einsamen Wolf mutiere. Also ist heute mein letzter Tag, zwar erst vorerst, auf der Farm. Es ist schon seltsam so nach kurzer Zeit von zwei Familien Abschied zu nehmen. Erst der aus Deutschland, dann nach zwei Monaten die aus Háafell. Ich sog jedes meckern der Ziegen auf, was mich eigentlich morgens immer gestört hatte, wenn ich mich noch einmal im Bett umdrehen wollte um weiter zu schlafen. Knuddelte im Stall stundenlang Branda, die vier oder fünf Katzenbabys erwartet, ihre Schwester und das Frühjahrskätzchen.

Komödie im vierten Akt

Freitag, 28.12.2012

Peinlichkeiten.. Jedem widerfahren sie, doch nur wenige können diese mit Humor nehmen.

Eine Situation in der ich über mich lachen musste  war beispielsweise, bei dem Essen in Hótel Brú, als ich auf Elisas Teller geschaut und gefragt habe: „Was sind das für gelbe Bällchen auf deinem Teller?“ Entgeistert schaute mich Elisa an und meinte: „Kartoffeln!?!“

 

 

~09.11.2012~

 

Oh mein Gott, ich möchte nicht weg! Ich stehe mit Tränen in den Augen in meinem alten Zimmer in Háafell, kurz nachdem ich Jóa Gute Nacht gewünscht habe und sie sagte, dass es so schön ist mich wieder zurück zu haben!  Doch ich bin auch Glücklich im Hótel Brú… Und bei den vereisten Straßen ist glaub ich Jóu ganz froh, dass sie nicht dafür zu sorgen hat, dass ich in die Stadt komme, um die Sprachschule zu besuchen.

Oh aber es war so süß, als ich nach Hause (Háafell) kam, packte Jóhanna Chips, Coke, Wein und Bier auf den Küchentisch und rief die Kinder mit den Worten „It`s Christmas, Lena is back“ zusammen. So saßen wir anschließend im Wohnzimmer knapperten Chips, tranken Cola, Bier oder Wein und schauten Fern. Merlin lief gerade ^^

Sonderlich viel Platz hatte man auf der Eckcouch auch nicht um sich es etwas gemütlicher zu machen, denn alle waren da. Jóu + Ehemann, Röggi, Reynir, Þorvaldur, Elsa, Nina, Embla und Hrefna.

Da der Kater und ich uns noch dazu quetschten war es zwar nicht sonderlich viel Platz für einen, aber kuschelig ^^

 

 

~10.11.2012~

 

Feststellung des Tages war schon um neun Uhr für mich bekannt. In Háafell gibt es ja so was wie ein Tagesrhythmus ^^

Nach dem Frühstück standen Jóa, Þorvaldur, Reynir, Röggi und ich in der Küche und erzählten… Bzw. Alle anderen erzählten und ich hörte zu und erfreute mich über alles was ich verstanden habe :)

 

Dann sind die Jungs raus in den Stall und Jóu bat mich im Haushalt etwas zu helfen, also machte ich als Erstes den Abwasch und putzte die Wände und die Decke des Badezimmers.

Um drei war schon day-off, da Jóa nicht mehr eingefallen ist was ich noch tun kann... Wäsche war aufgehängt, Badezimmer (dank mir) strahlend rein, Tiere versorgt und draußen bitter kalt. So saßen wir zusammen tranken heiße Schokolade und abends schauten wir wieder Fern. So viel Fern wie ich hier in Island schaue habe ich hmm.. noch nie ^^

aber was soll man in Háafell groß anderes tun abends? In die Stadtgehen und Party machen? Hmm also bei der Entfernung ist das geradezu unmöglich!

 

 

~11.11.2012~

 

Heute ging ich mit raus in den Stall, gab den Tieren frisches Wasser…. kuschelte  mit den Ziegenböcken, die ich erst kurz bevor ich gegangen bin dazu gebracht habe ihnen zu erklären, dass ich ihnen nichts tue. Die Böcke sind ja das ganze Jahr über auf den Bergen in Freiheit unterwegs, deshalb richtig Menschenscheu.

Dann half ich Reynir, der mit Füttern beschäftigt war, streichelte meine Branda, eine schwangere Stallkatze, die sehr viel Liebe braucht... wie immer ^^

Abends so gegen sechs fuhr ich mit den Kindern mit zum Hótel Brú, da sie nach Akranes zur Schule müssen. Punkt sieben traf ich im Hotel ein, pünktlich zur renn-Zeit. Also verschwand ich kurz in meinem Zimmer mein Zeug ablegen, zog mich um, damit ich nicht mehr ganz so schlimm nach Ziege roch. Als ich unten ankam stand Paul Sanders, ein Langzeitgast des Hotels (hat für sechs Tage gebucht, also das war ein verry good booking, da schon ab zwei Übernachtungen es ein good booking getauft wird. Paul und ich haben bisher nur ein „Hey“ und ein „How are you?“ gewechselt. Da Jan unterwegs war, am Flughafen in Keflavík, da er sein Kumpel abholte, der ab heute dann auch im Hotel wohnen wird, aber  bei eine Farm im Umkreis arbeiten wird, abholte. Also bereitete ich das Salatbuffet vor, zündete die Kerzen an, dann war meine Arbeit für das erste getan.

Dann kamen Jan und sein Tschechischer Kumpel, der jetzt in einer Farm irgendwo um Borgarnes arbeitet und im Hótel Brú jetzt wohnt…

 

 

~12.11.2012~

 

Ach Komplimente können einem Ja den Tag so richtig versüßen :)

Gestern Nacht habe ich ein Bild von unserem Langzeitgast, Paul, gesehen, das er von den Nordlichtern geschossen hat. Und heute, kurz bevor es zur Sprachschule ging, sagte ich ihm, dass mir sein Bild echt sehr gut gefällt. Wir redeten über dies und das. Paul Fragte mich woher ich komme und als ich mit Deutschland antwortete bekam er große Augen und meinte, dass mein Englisch viel zu perfekt sei, um Deutsche zu sein. Ein Kompliment vom Engländer.. ^^

Ich bedankte mich Höflich für dieses Kompliment, doch schaffte es gerade mal nur eine Minute Stolz auf mich zu sein, denn kurz darauf dachte ich schon, ob man nicht mal eine Mail an meine Frühere Englischlehrer schicken könnte, die mir immer eine 5 gegeben haben? Und ich deshalb am Anfang in Island richtig schüchtern war den Mund überhaupt aufzumachen?

Denn wenn man 7 Jahre lang in der Schule immer gesagt bekommt, mit Hilfe von Noten, dass man nahezu Unfähig ist sich der Englischer Sprache zu bedienen, dann ist es ja schon Todesmutig sowie so ins Ausland zu gehen. Warum selektieren Lehrer einen auch so? Warum schauen sie eigentlich auch nicht richtig hin um zu merken, welche Schüler einfach nur faul, wirklich schwach oder Unterfordert sind und deshalb die Noten unter aller sau sind?

 

 

~15.11.2012~

 

So ein MIST! Verdammt verflucht... Ich Schussel!

Och die Riesensalatschale zu zerstören ist das Eine, das Andere ist sich dann mein Auflesen der Scherben noch fünf Finger aufzuschneiden. Daumen, Zeige- und Ringfinger an der einen Hand. Ebenso wie Zeige- und Kleiner Finger an der anderen Hand. Doch die Jungs haben mich Ordentlich versorgt. Um genau zu sein Jan ^^

Veigar (mein Chef im Hótel) kam wie die alt Fasnacht ne halbestunde zu spät, wollte dennoch wissen, wie es mir geht und ob ich viel Blut verloren habe.

War zum Glück nicht so.

 

 

~16.11.2012~

 

Als ich heute Morgen in die Küche kam, lagen Glasscherben im Waschbecken. Verflucht geht man einmal früh ins Bett verpasst man das meiste. Was ist Passiert. Ich versuchte mit meinen eh schon Geschundenen Fingern, die Glasscherben aus dem Waschbecken fischen. Das Gelang mir sogar OHNE dass ich mich Schnitt.

Veiger meinte irgendwann im Laufe des Tages zu mir dass ich nicht die Einzige Person bin, die etwas zerbrechen kann. Ich musste Lachen, erwiderte aber darauf, dass meine Sachen, die ich zerbreche, aber wesentlich Größer sind als ein einfaches Weinglas.

Abends kam noch Elisa vorbei und hat mir Apfelpfannkuchen gebracht. Ein Stückchen Deutschland Hand Made in Iceland ^^

 

 

~19.11.2012~

 

Isaak (Veigars Sohn / 7Jahre) und ich tobten heute durch das Hotel im Restaurant spielten wir Fangen und in der Lobby spielten wir Lego. Veigar und Jan waren auf irgendeiner Demo, gegen die Bomberrei Jerusalem/Israel. Ich konnte ja nicht mit, da wir ja Gäste erwarteten. Irgendwelche chinesischen Leute. Jede Stunde rief mich der Chef an um das Abendessen immer weiter nach hinten rauszuschieben. Dadurch verpasste ich meine letzte Sprachstunde,  dennoch checkte ich erfolgreich ein „Drop in“ ein. Dieses Pärchen das ein Zimmer gebucht hatte, war immer noch nicht Aufgetaucht. Doch dieser Drop in waren auch Asiaten. Als die Frau nochmal zurück um nach heißem Wasser zu Fragen, für ihre Thermoskanne, tanzte Isaak ihr den Gangnam style vor. Wer das nicht kennt hier Bitte der Link: http://www.youtube.com/watch?v=pHdK8sFNv9M

Aber es war zum Schreien Komisch :D

 

 

~20.11.2012~

 

Wir, also Jan, Michal (wird er so geschrieben?) und ich, machten eine kleine Tagestour, um einfach ein Paar schöne Plätze zu sehen. So fuhren wir zur größten heißen Quelle Europas, aber der Ergiebigsten der ganzen Welt! Zum Barnafoss und Hrúnafoss, nach Reykholt, die kleine Friedhofskapelle anschauen und zu einem Hot Pot, zu der auch ein Unterirdischer Gang führte, indem Früher jemand ermordet worden ist.. Doch bevor ich da was genauer erzähle recherchier ich erstmal ^^

 

~21.11.2012~

 

Drei Monate Island! Wie die Zeit vergeht :O

 

 

~22.11.2012~

 

Meeting mit Dinner und Kaffe und Kuchen wird heute in unserem Hotel sein. 25 Leute werden erwartet. Veigar Kocht fleißig vor sich hin, Jan und ich räumten das Restaurant um. Decken die Tische neu ein und ich Staubsaugte noch durch.

Dann ging es zum Abspülen. Der Abend wurde zwar lang, verlief aber relativ ruhig, gab halt nur viel zum Abwaschen.

 

 

~23.11.2012~

 

Wenn es schon einmal eine Gruppe kam, warum dann nicht noch ein Zweites Mal? Diesmal war Weihnachtsessen angesagt, deshalb standen wir bis 3uhr morgens noch in der Küche um die ganzen Zutaten vorzuschneiden (Rotkraut und CO), damit das beim Kochen schon wegfällt.

Nachdem die ganzen Desserts hergestellt waren, war keine Sahne mehr da, deshalb fragte mich Veigar, ob ich schnell zum Bónus fahren kann, um neue Sahne zu holen und danach zum Hyrtnan, um „Joghurt“ abzuholen.  Verdutzt schaute ich ihn an und hakte nach. Warum kann man den  Joghurt nicht auch im Bónus kaufen? Was für ein Joghurt brauchten wir eigentlich?

Veiger lachte und korrigierte mich, dass er nicht Joghurt sondern Jokull gesagt hätte. Sein Sohn!

Ups ^^

 

 

~26.11.2012~

 

Über das Wochenende durfte ich mir ab und zu immer wieder Sticheleien, wegen der Joghurt Geschichte anhören ^^

Jokull ist wieder im Süden zu Hause (Veigars Familie wohnt in der Nähe von Selfoss, deshalb kommen die nur Wochenendes und dann auch nur in Stückchen)

Abends saßen Jan, Michal, Veigar und ich wie immer zusammen, quatschten über dies und das (vor Allem über Geschichte und Eigenheiten unseres Heimatlandes).

Der beste Satz des Abends stammte von Veigar: „I remembered if I had some shoes…“

Wohlgemerkt, er hatte seine Schuhe im April weggeschmissen und läuft seit dem in Crocs rum, da er sich noch keine neuen Schuhe besorgt hatte.

Fünftes Lied

Freitag, 28.12.2012

~28.11.2012~

 

Die Tage plätschern vor sich hin und die Zeit tropft an den Fenstern hinunter… Moment Nein, das ist nicht die Zeit sondern der Schnee. Nein! Nicht so kurz vorm Dezember.. Es Taut! Im Facebook werden isländische Weihnachts-Witze gepostet, die übersetzt so etwas wie „Ich träume von weiße Weihnachten, aber läuft das aus, trinke ich den Roten!“ bedeuten.

Auch wenn Island soweit im Norden ist, sind die Temperaturen hier sehr mild und weiße Weihnachten gibt es hier öfters als in Deutschland, aber es ist trotzdem nicht normal. An den Küstengegenden im Süden (oder auch Westen, denn da bin ich) hat man öfters Rote-Weihnachten (Isländer nennen Schneelose Weihnachten einfach Rote Weihnachten) als Weiße. Und die Temperatur geht an den Küstengegenden seitens unter minus 10°C . Wenn ich da an unseren Letzen Winter in Deutschland denke mit minus 15°C oder 20°C und kein Schnee, habe ich lieber hier seit Mitte September Schnee, der kurz vorm Dezember leider ausgeht.. ^^

Im Landes Innere von Island, abgesehen, dass dort nichts außer die Fabelwesen wohnen, kann es aber auch so extreme minus Grate geben, wie bei uns im letzten Winter. Dafür aber auch viel Schnee.

 

 

~02.12.2012~

 

Wir sagen euch an den lieben Advent… Oder auch nicht.. Heute ist zwar der erste Advent, aber ich habe meinen persönlichen Grinch… Veigar  mag Weihnachten nicht besonders.. beziehungsweiße was An Weihnachten alles Drumherum gehört.. Sowie das Kekse backen und den Advent. Gut, den übertriebenen Weihnachtsschmuck der Isländer muss man nicht wirklich nachmachen, obwohl es im Dunkeln echt schön aussieht.. aber die Lichterketten an den Kreuzen am Friedhof finde ich schon zu viel… Wir essen immer noch an den Resten Laufabrauð, ein Isländisches Weihnachtsgebäck. Mir schmeckt es nicht besonders, da es keinen eigen Geschmack hat, aber es ist schön es herzustellen ^^

 

Veigar hatte Jan und mir kopfschüttelnd zugeschaut, als wir auf unser  Laufabrauð dick Schokolade geschmiert haben.

 

 

~08.12.2012~

 

Ich bin heute mit Michal zum golden circle gefahren.. Von Borgarnes ging es an den Gylmurfossar.. naja nicht direkt.. wir haben nur sein rauschen gehört, da der zweistündige Fußmarsch bei dem Eis uns etwas zu gefährlich schien... Der ist ja schon im Sommer ja nicht so ganz ohne.. also fuhren wir weiter an Reykjavík vorbei nach Sellfoss weiter zu Geysir... Im Hotel Geysir arbeitet auch ein deutsches Au Pair.. und wir verabredetetn usn für den Abend in Reykjavík an der Harpa zu treffen..Da ich noch nicht wirklich in der Hauptstad war, immer nurch durgefahren, oder verfahren habe wird das sicher ein lustiges Ende nehmen.. Schauten dann etwas Strokkur (ein Geysir) zu, der alle acht bis zehn Minuten ausbricht und schließlich fuhren wir zum Gullfoss (Götter Wasserfall)... An þingerville fuhren wir vorbei, da es zwischenzeitlich schon richtig dunkel war, obwohl es erst vier Uhr nachmittags war und außerdem lag auf dem weg so viel Schnee, dass ich den Wagen wahrscheinlich mehr als einmal hätte ausgraben dürfen...

Schließlich verfuhren wir uns wieder in der Hauptstadt, fanden aber dann letztendlich nach zwei Stopps, um nach dem Weg zu Fragen, die Harpa.. Ein Hesslicher hoher Glaskasten, aber man hat eine schöne Aussicht von da oben.. Wir sind schließlich in ein kleinen Pub gegangen und haben und da entweder eine Cola oder Kaffe gegönnt..

 

 

~11.12.2012~

 

Jetzt sind einige Tage verstrichen, aber es wird mal wieder Zeit nach Hause zu fahren.. Also nach Háafell, nicht für die unter euch, die jetzt denken, ich fliege jetzt nach Deutschland um über Weihnachten da zu sein... Nein, nein, nein.. Ich bleibe in Island..

In Háafell erzählte ich mit Hrefna und Jóa sehr viel. Kaum hatte ich Jóu die Joghurt-Geschichte (von der ich euch in der letzten Mail berichtete) erzähl, klingelte bei Ihr das Telefon. Veigar wollte wissen, ob ich gut angekommen sei, da die Straßen sehr eisig waren. Aber ich bin vorsichtig gefahren, nie über 30km/h raus, obwohl 90 erlaubt waren, habe ein Touri-auto überholt und wurde von gefühlten tausenden von Isländern überholt.. aber das war mir egal.. Ich fuhr so schnell, wie ich mich traute und ließ mich nicht von anderen Hetzen. Habe deshalb aber auch über eine Stunde nach Háafell gebraucht.

Johanna fragte mich, ob ich einer Freundin, die uhrsprünglich aus Deutschland stamme, aber jetzt eine Farm im Süden in der nähe von Hella hat, helfen könnte, da sie Rücken Probleme habe und jetzt gerade alleine ist.. Ich sagte, dass ich darüber nachdenken werde..  Wenn ich zu sage, geht es am Freitag für mcih in den Süden. Erstmal für ne Woche, dann bin ich wieder eine Woche in Háafell Weihnachten feiern und dann wieder eine Woche im Süden.. eigentlich ist es ja nicht sonderlich lange, aber ich kenne die Dame ja nicht.. und ich weiß nichtwas mich da erwartet.. Soll ich in den Süden gehen, in dem Vertrauen, dass, wenn es eine Freundin von Jóa ist nicht so schlimm sein kann?

Aber ich bin doch auch nach Island geflogen, ohne zu wissen wie Jóu ist.. Also warum denn eigentlich nicht? Sind ja eigentlich nur zwei Wochen......... uneigentlich ja auch.. ^^

Auf der fahrt zurück ins Hótel Brú zerbrach ich mir den Kopf darüber... Soll ich, soll ich nicht?

Bis ich die Tür zum Hótel herreinspazierte stand für mich fest, dass ich gehe.. Veigar schaute mich mit traurigem Gesicht an und Fragte ob ich ihn verlasse.. Moment.. ICH hab doch noch gar nichts gesagt, dass ich gehe.. Dennoch sagte ich, dass ich gehen werde..

 

 

~12.12.2012~

 

So Heute, werde ich nicht von meinem Tag erzählen, da er mich heute angepisst hat.. also erzähle ich heute etwas von Isländischen Weihnachten. Denn das Auftauchen der  dreizehn Weihnachtskerle beginnt ab heute.

Die isländischen Weihnachtskerle haben nichts.. rein gar nichts mit dem Nikolaus, Christkind oder dem Weihnachtsmann gemein. Sie spielen Streiche oder klauen. Die dreizehn Weihnachtskerle tauchen einer nach dem anderen in der Zeit vor Weihnachten auch und bringen KEINE Geschenke mit! (Dennoch bekommen Kinder in Island 13Nikolausstiefel gefüllt (das kommt aber davon, dass es mehrere Versionen von der Geschichte gibt und bei manchen bringen sie Geschenke für die guten Kinder und Kartoffeln für die Bösen und, wie bei meiner, halt gar nichts!))

Die Weihnachtskerle sind also kleine Kobolde.

 

Angeblich leben sie das Jahr über in den Bergen mit ihrer Mutter Grýla, einer furchterregenden Trollfrau.

 

In der Nacht zum 12.Dezember kommt der Erste der Bande. Stekkjastaur, lang und schlank versucht er, wie die Lämmer die Schafsmilch zu trinken,  doch wenn man seine Gestalt genauer betrachtet, dürfte sich das Ganze etwas schwierig gestalten.

Und wie Gesagt, jede Nacht kommt ein anderer dazu,

Giljagaur, klaut den Rahm von der Milch; Stúfur, der etwas kurz geraten ist, klaut die Reste aus der Pfanne; Þvörusleikir klaut die Teigscharber; Pottaskefill, schleckt die Töpfe aus; Askasleikir, klaut die Fressnäpfe der Hunde und Katzen und lauert unter den Betten; Skyrjarmur bedient sich am Skyr; Bjúgnakrækir klaut sich die Würste aus dem rauchfang; Gluggagægir steht am Fenster und schielt nach etwas, was er klauen kann; Gáttaþefur klaut frisch gebackenes laufabrauð; Ketkrókur kommt in der eifrigsten Zeit und kann sich daher auch schon mal den Braten angeln; Und zu guter Letzt, in der Nacht zu Heiligabend, taucht Kertasníkir auf, der den Kindern die Kerzen stibitzt. 

 

In der Reihenfolge, in der sie auftauchen, verschwinden sie auch wieder.. Jede Nacht einer nach dem anderen und am Dreikönigstag hat der Spuk ein Ende.

 

In Island werden Bilder von diesen Weihnachtskerlen auf die Milchtüten gedruckt.. Vielleicht, das man ein Phantombild hat, dass man weiß mit wem man sich gerade anlegt :)

 

 

~13.12.2013~

 

So ich war in den letzten Tagen in Háafell und danach einem Beschissenen Arbeitstag im Hótel gestern bei Elisa, 3 Stunden zu spät, da die Spülmaschine den Geist aufgegeben hat und ich alles mit der Hand spülen durfte. Aber dafür sind wir auf ein Weihnachtskonzert in der Kirche in Borgarnes gegangen… hat das ganze wieder Wett gemacht... Veigar war nicht so begeistert, dass ich abends, als ich zurück war, in der Küche, als ich das Frühstück für den nächsten Tag gerichtet habe, Weihnachtslieder auf Isländisch geträllert habe, obwohl ich den Text nur zur Hälfte Übersetzen könnte.

Und heute Abend geht es mit Óli, Magga, Elisa und Adam nach Hvannerey. Magga lud mich spontan im Auto zu Weihnachten ein.  Doch obwohl ich Elisa mag und auch die Familie von Óli ganz nett finde, möchte ich nicht mit ihnen Weinachten feiern, genauso wenig, wie ich die Einladung bei Bettina, bei der ich zwei Wochen aushelfen werde, ausgeschlagen habe.  Veigars Einladung überhaupt nicht mal anzusprechen. Ich habe mein zu Hause in Island, dort werde ich auch über Weihnachten sein und nirgendwo sonst!

 

 

~14.12.2013~

Nachts um 4 Uhr kam ich ins Hótel zurück, obwohl um ein Uhr Sperrstunde war. Danach sind wir noch zu Adams kleiner Wohnung gegangen, haben Musik gehört, Kakósúpa (Kakao mit Keksen, in einem Tiefen Teller serviert zum Löffeln) gegessen und Jólabier getrunken… Naja Elisa nicht, da sie ja zurzeit Antibiotika schlucken muss :D

Als ich im Hotel ankam, bat mich Veigar am nächsten Tag das Frühstück zu betreuen… Eigentlich kein Problem, doch er hat bis auf eine Checkliste noch gar nichts vorbereitet und um 7Uhr wollen die Leute Frühstück. Also bereitete ich die Platten vor, kochte Eier und richtete das Buffet. Mein Plan war es ja die Nacht durch zu machen, hab mich in der Küche mit einer Fließdecke eingekuschelt auf einen Stuhl gesetzt um einfach zu warten.. Doch bin irgendwann eingeschlafen… um 6Uhr wollte mich Michal wecken, der eh ein Frühaufsteher ist, schaffte es aber nicht… mein Handy Wecker schrie und ich schlief seelenruhig weiter.. um 6.58Uhr schreckte ich aus dem Schlaf und Michal erzählte mir, dass er schon geglaubt habe ich sei gestorben. Ich wollte schon anfangen zu rennen um die Platten aus dem Kühlschrank auf das Buffet tragen, die Eier zu schneiden und das Obst herzurichten... schlicht weg die Checkliste abarbeiten, die noch auf der Arbeitsfläche lag, doch Michal hatte schon alles erledigt. Zum Glück! Ich verschwand bevor die Gäste kamen nach Oben um zu Duschen und mir dem Schlaf aus dem Gesicht zu waschen. Michal war ja da.

Hundemüde schleppte ich mich vom Frühstück in das Mittagschaos, da die Spülmaschine immer noch hin ist, darf ich ja immer noch Geschirrspülen. Zwischendrin verschwand ich um meine Sachen für die Woche zu packen. Gegen zwei verließen Michal und ich das Mittagschaos und Fuhren nach Reykjavík, zu einem, dass ich in den Süden komme und zum anderen, dass Jan vom Flughafen abgeholt wird, der ein kurzen Heimurlaub gemacht hatte (war seit dem 03.12. nicht mehr in Island sondern in Tschechien)

Auf der zweistündigen Fahrt von der Hauptstadt nach Hella versuchte ich das Gespräch mit Bettina am Laufen zu halten, ansonsten wäre ich ja schon wieder eingeschlafen.

 

Auf der Farm angekommen, zeigte sie mir als erstes das Haus, dann die Farm und erzählte mir, dass hier um 8Uhr die Tiere was zu fressen Bekommen und danach erst Frühstück gibt. Bitte?!? In Háafell ist man um 9Uhr oder auch mal um 10uhr aus dem Bett gekrochen, hat gemütlich gefrühstückt und ist dann erst zum Melken und danach bekamen die Tiere erst etwas zu Fressen. Und die haben kein Hunger geschoben.. denn Meistens war im Futtertrog noch genug übrig, dass man ja jeden Morgen, was meistens ja schon Mittag war, dann den Rest aus dem Ziegenfuttertrog raus auf die Weide zu den Pferden schaufelte.

Naja hier heißt es Tier vor Mensch… Mal schauen wie die Tage hier so werden.

Und ich ging brav um 8uhr ins Bett… Schlafen *-*

 

 

~15.12.2012~

 

Erster Tag auf dem neuen Hof… Aufstehen, raus in die eisige Kälte stapfen, Pferden Kühe und den 5 Ziegen etwas Heu hinschmeißen… den Hühnern die Eier klauen, rein und Frühstücken. Danach gleich wieder raus, anfangen die Rüben zurecht zu stutzen, zum Verkauf.. Dann mit dem Ehegatten und dem Schwiegervater mit dem Auto oder Quatt abseits der Straße lang zu rasen, um die Pferde von der einen Weide auf die andere zu jagen. Jóhann (der Ehegatte) meinte, ich sehe gerade aus wie eine Katze, mit Gesträubten Fell, Buckel und ausgefahrenen Krallen, als wir mit hoher Geschwindigkeit auf den zugefrorenen See zusteuerten. Sorry ich hänge an meinem Leben und ich weiß ja nicht, wie tief der See ist und ob er so zugefroren ist, dass man mit einem Auto darüber fahren kann.

Nach diesem Horrortrip, in dem ich mehr als einmal um mein Leben gebangt habe, hieß dass es Zeit wäre ein Kaffee zu sich zu nehmen, was für mich ein Kakao war und Kekse genascht.. Danach ging es weiter mit Rüben schneiden, Kartoffel waschen und aus zu sortieren. In Säcke zu packen und Säcke zu schließen..  Typische Kartoffelfarm halt.

Dann ging es wieder zurück ins Haus.. Abendessen und mehr oder weniger gleich wieder ins Bett.

 

 

~16.12.2012~

 

Nach dem Tiere füttern, ging es heute nicht zum Frühstück sondern zum Kartoffelschälen. Schwierige Angelegenheit, mit diesen Blauen Gummihandschuhen, die ungeschälten Kartoffeln  zu fassen, um die schwarzen Flecken heraus zu schneiden und sie dabei nicht fallen zu lassen. Naja ich hab zumindest keine Kartoffeln fallen lassen, aber die Messer, Jóhann durfte für mich andauernd neue Messer holen gehen…

Dann ist die Familie ein Tannenbaum kaufen gegangen..  Ich natürlich mit.

Als wir danach zurückkamen, hatte ich eine Blutblase am Daumen, aber erst mal hieß es Misten. Die Boxen für die Pferde ausmissten und sie Füttern.

 

 

~17.12.2012~

 

Um sechs Uhr aufstehen... Erinnert mich ja an die Schule... also für das, dass ich Ihr helfen soll, meint sie, dass sie es schafft auch ohne mich die Kartoffeln aus zu liefern (insgesamt 400kg Kartoffeln und 200kg Rüben, verteilt auf 10-25kg Säcke.  Vom Bett ins Auto und dann 2 Stunden zur Hauptstadt Eiern und die Kartoffeln ab zu laden... und die Mitarbeiter von jedem Betrieb schauten zu, wie ein Mädchen Sack für Sack in die Küche schleppte. Als ich bei den letzten Säcken Stopps zwischen Auto und Küche einlegte, meinte Bettina, Kraft hätte sie schon immer für die Säcke gehabt, aber leider spielt der Rücken da ja nicht mit. Soll sie mir erst zeigen, dass Sie 200kg als letzter Stopp  nachdem man 400kg vorher schon vom Wagen in die Küche geschmissen hat, immer noch mit derselben Kraft  das erledigt, wie beim ersten Stopp.

Irgendwie weiß ich noch nicht so ganz was ich von Bettina halten soll, sie ist ja an sich ganz nett, aber manche Bemerkungen kann sie sich sparen.

 

 

~18.12.2012~

 

Heute darf ich den Hof alleine schmeißen. Gestern Abend vor der Zeit, bei der das abendliche Füttern ansteht fuhren Bettina und Jóhann zu einer Rückenklinik in Stykkisholmur gefahren, bei der Bettina eventuell Hilfe bekommt, dass sie mehr alleine machen kann.

Also habe ich gestern noch einmal alles erklärt bekommen und durfte dann Misten, während sie dann gefahren sind.  Der Handywecker hatte nun auch die Funktion zum Füttern um halb sieben zu rufen… Ich schrieb fleißig Rezepte ab. Von Fiskibollur bis hin zu Kleinur. Mal sehen, ob ich bei Jóu die Küche auf den Kopf stellen darf um diese Schweinereien herzustellen :)

Fing an Weihnachtsgeschenke zu basteln (Ja, ich weiß, ich bin ja früh dran) und bemerkte erstaunt, dass ich den Weihnachtsbrief für die Familie, gar nicht auf einem Stück Papier aufzusetzen brauche, wird dann eh eine E-Mail, ansonsten weiß ich ja, dass es erst nach Weihnachten ankommt.

 

Ruhiger Tag in dem ich mich angeblich im Dorf verirrte.. aber es war doch nur ein Haus! Keine Ahnung wo ich gelandet bin, als ich spazieren war.

 

 

~19.12.2012~

 

Da die Pferde heute den ganzen Tag draußen war, habe ich die Boxen morgens schon gemacht, hat man früher Feierabend.. und wenn ich schon mal aufgestanden bin.. warum nicht..

 

Mittags sind wir dann nach Hella gefahren.. Weihnachtspost wegbringen.. naja zumindest Bettina hat ihre Post zur Post gebracht.. Ich habe mit meiner nicht einmal angefangen.. und ich glaube ich schreibe dem einem oder anderen lieber so eine Postkarte, als irgendwie nur Weihnachtspost zu versenden…

 

Wir sind dann zu einigen Läden durchgewatschelt.. ich glaube am Freitag in Reykjavík werde ich mir etwas neues zum Anziehen kaufen, da ich nicht von der Jólakötturinn gefressen werden möchte, denn sie frisst jeden, der am Weihnachtsabend mit neuen Klamotten auftaucht.

Aber ich möchte nicht unbedingt mit Bettina shoppen gehen. Vielleicht fährt sie etwas früher in den Süden, bevor mein Bus gen Norden kommt, dann hab ich vielleicht Zeit, nach etwas schlichtem aber chices warmes zu suchen... und möglichst günstig ^^

 

 

~20.12.2012~

 

Ich weiß was, ich weiß was… Die übertriebene Weihnachtsbeleuchtung an den Kreuzen des Friedhofes werden Jahr für Jahr angebracht, da die Angehörigen sich immer noch an den Verstorbenen Denken und Vermissen. Aber die Isländer scheinen das selbst nicht mehr zu wissen und machen das nur der Tradition wegen, denn bis ich herausgefunden habe weswegen der Kirchgarten in den verschiedensten Farben leuchten muss hab ich mehr als 10 Personen gefragt.

Jetzt ergibt das ganze sogar einen Sinn und ich erfreue mich jetzt sogar über die vielen lichter. In Deutschland stellt man ja ab und zu eine Kerze aufs Grab, aber die wird bei dem Wind hier sofort gelöscht, bevor sie richtig an war… Eigentlich ist es dann mit den Lichterketten eine clevere Idee.

 

 

~21.12.2012~

 

Heute ist der Weltuntergang

Sechs Tage nach Weihnachten/ Sex dagar eftir jólin

Dienstag, 01.01.2013

Hallo ihr Übriggebliebenen, ^^

 

Sechs.. Was verbinden wir mit dieser Zahl… eine sehr Schlechte Note in Deutschland.. eine Sehr gute Note in der Schweiz.. am sechsten Dezember kommt der Nikolaus.. und am sechsten Januar die Heiligen drei Könige.. oder aber auch, die sechste Mail aus Island ^^

 

 

~21.12.2012~

 

Dieser Tag kam schon in der letzten Mail drin vor, einfach nur weil ich bei euch in den Köpfen sein wollte, wenn die Welt untergeht.. habe aber nicht erzählt was dort passiert ist…

Es war ein normaler Kartoffelauslieferungstag von Bettina.. aber da ich dienstags dien Hof alleine schmeißen durfte.. an dem die armen Ziegen erst mittags ihr Frühstück bekommen haben, da ich den Stall nicht gefunden habe

Auf jeden Fall Lud sie mich als Dankeschön zu einem Weihnachtsbuffet ein. Also saßen wir nach der Kartoffelauslieferung in einem chicken Restaurant und schlugen uns die Bäuche mit den verschiedensten Köstlichkeiten voll. Fünf Gänge als Buffet.. und man kann sich so oft holen, wie man möchte. Wir sind hungrig rein spaziert und Satt hinausgekugelt.

Danach sind wir den Laugarvegur gelaufen über den Weihnachtsmarkt zurück und am P-Museum vorbei.

Dann zur Bushaltestelle und ich fuhr mit dem Bus nach Borgarnes zum Hótel.

 

 

~22.12.2012~

 

Nacht einer Nacht im Hotel, wollte ich dann weiter nach Háafell… Ich fragte Vaiger ob mich jemand bringen könnte, da ich nicht wollte, dass Jóa mich abholt, da sie mich schon oft genug herumgefahren hat. Doch Vaiger wollte davor noch nach Reykjavík um einige Besorgungen zu machen… Ist ja ok, solang ich abends irgendwann nach Háafell gebracht werde ist mir das ganze ja egal.

In der Zwischenzeit stopfte ich ein paar Mal die Waschmaschine voll (man merkt, wenn ich hier eine Woche mal nicht war, der Keller läuft über mit Wäsche)

Gegen Neun Uhr bekam ich einen Anruf von Jóa, in dem sie mich Fragt, warum sie mich abholen müsse, wenn ich ihr gesagt habe, das mich jemand bringt.

Anscheinend habe ich was verpasst.

Ich erklärte es ihr, dass mir das völlig fremd sei, doch sie meinte, der Freund von Elsa ist noch in der Hauptstadt und könnte mich mitnehmen nach Háafell.. warum denn nicht.

Als ich gegen Mitternacht dort ankam war Jóhanna noch dabei den letzten Tannenbaumschmuck aufzuhängen. Danach Wurde für mich eine Matratze unter dem Tannenbaum platziert, da sie kein Bett für mich frei hatten, da einfach zu viele zu Hause sind.

 

~23.12.2012~

 

Ein Tag vor Weihnachten. Die isländische Art „Morgen Kinder wird’s was geben…“ zu singen ist es Skata zu servieren. Er ist im frischen Zustand hochgiftig, und wird gemeinsam mit ausgelassenem Schafsfett auf den Tisch gestellt. Skata ist eine fermentierte Rochenart, die 3Wochen-4Monate eingegraben wird. Kurz Gammel-Rochen. Skata genauso wie Hákarl (Gammel-Hai) führt bei übermäßigem verzehr zu Durchfall. Der Geruch, des Fisches, um nicht zu sagen Gestank setzt sich auch schön in den Kleidern Fest. Beim Kochen brennt es in Nase und Augen. Es ist sogar unangenehmer als Zwiebeln schälen oder hacken. Und der Geschmack von dem Fisch (ja ich hab ihn probiert, wollte ja testen, worauf die Isländer so aus sind) ist soweit ganz ok, wenn dieses Brennen nicht währe. Dieses Brennen ist auch sehr schwer zu vergleichen, denn das kann man nicht mit dem brennen vergleichen, wenn man eine Chilischote isst. Es brennt eher so, als hättest du dir richtig fest in die Zuge gebissen, dass es anfing zu bluten, und dann eine Chilischote isst ^^

Vor allem nachdem ich mein kleines Stückchen Probiert hatte, schielte ich quer über den Tisch nach den Kartoffeln. Ich erspähte sie hinter der Schüssel mit Skata und wollte gerade danach greifen. Doch Jóhanna interpretierte meinen Blick, als würde ich noch mehr Skata wollen. Kaum hab ich ein „no“ ausgesprochen, hatte ich ein neues Stückchen Stinke-Fisch auf meinem Teller liegen. Den Rest des Tellers schaufelte ich mir Mit Kartoffeln und Rüben voll.

Ich habe auch das zweite Stück irgendwie geschafft zu essen.  Danach gab es zum Glück Nachtisch! Schokoladenkuchen mit Vanille-Eis und Rote Früchte.  Das macht das Skata-Essen wieder Wett…

 

 

~24.12.2012~

 

Heiligabend. Und Prinz ist leider verstorben. Prinz ist die Lieblings Ziege von Jóhanna. Er war einer der ersten Ziegen auf dem Hof.

Abends gab es, nachdem jeder frisch geduscht und in seinen besten Sachen war, einen Reisbrei. Dort wird normalerweise eine Mandel versteckt.. Und derjenige, der die Mandel auf seinem Teller in dem Reisbrei hat, bekommt ein extra Geschenk. Jóa hatte aber keine Mandel (außer die Gebrannten-Mandeln, die ich gemacht habe, bevor ich nach Háafell ging) versteckte sie eine Nudel in dem Brei.

Doch niemand fand eine Nudel auf seinem Teller… Also viel diese Tradition ins Wasser.  Nach dem Dinner gab es dann Bescherung. Ich habe von Jóhanna ein T-Shirt mit Island-Pulli Aufdruck geschenkt bekommen  und dazu ein Buch: „Märchen und Sagen aus Island“ was ich am selben Abend gleich verschlang. Von meinen Eltern habe ich ein Buch geschenkt bekommen und von meiner Oma selbstgestrickte Knie-Strümpfe.  Und von Bettina, bei der ich ja eine Woche aushalf, habe ich ein Puzzle geschenkt bekommen... 500Teile!

Johanna tat es aber sehr Leid dass ich nur drei Geschenke hatte, während Embla auf zwanzig kam. Ich erklärte ihr, dass es doch nicht so schlimm sei, dass ich weniger hatte.

In der Nacht wurde es mir Bewusst, dass ich dieses Jahr ja nicht in Deutschland war.. Auch dass ich Oh DU Fröhliche und Stille Nacht auskommen musste.. auch ohne das Weihnachtsessen bei Oma  und ohne meine Familie… Naja mit meiner Familie aber ohne meiner leiblichen Familie.. Besser so ausgedrückt :D

Dennoch war es ein sehr schöner Heiligabend!

 

Ich erzähle euch ein paar Sagen aus dem Buch.. Warum denn nicht ^^

 

Die Schutzgeister Islands

 

Dem Lande Island, sind vier Schutzgeister zugesprochen. Des Nordes Adler, des Ostes Drachen, des Südens Riese und der Stier des Westens.

 Im Jahre 1000 nach Christus vermochte der dänische König die Insel zu unterwerfen.

(man wie hochgestochen ich erzähl sie mit eigenen Worten Nach)

Um die Insel für sich zu gewinnen, schichte der dänische König einen Zauberer los, der Island erkunden sollte. Er Schwamm, als Meeressäugetier verwandelt zu meiner Lieblings Insel und ging im Osten an Land. Dort erwartete ihn ein harter Kampf mit dem Schutzgeist des Ostens. Ein Drache. Geschlagen zog der Zauberer weiter gen Norden. Dort verlor er abermals gegen den Adler. Er verlor auch gegen den Stier im Westen und im Süden flüchtete er aus dem Lande, als er den Riesen erblickte. Nach seiner Reise, teilte er dem König mit, dass Island niemals eingenommen werden könnte.

 

Auch das Märchen vom Schneehuhn fand ich darin... Als ich es euch in eure Weihnachts E-Mail geschrieben habe, hatte ich es aus einem Kochbuch entnommen, dieses Märchen.

 

Wie gesagt ich verschlang das Buch... Darin stand auch, warum Island hauptsächlich Protestantisch ist.  Der letzte Isländische Bischof hatte eines Tages keine Lust mehr Katholisch zu sein und schlug sich den Kopf ab. Daraufhin wechselten die Island vom Katholizismus zum Protestantentum.

 

 

~25.12.2012~

 

In Island bekommt man an Weihnachten das gekocht, was man essen möchte. Wir haben den Tag eigentlich nur am Tisch verbracht und aßen.. Zwischendrin habe ich Reynir und Embla im Memory geschlagen… :D

Und dann ging es weiter mit Essen…

 

 

~26.12.2012~

 

Reste Tag..

 

 

~27.12.2012~

 

Es ist eigentlich ganz Nett auf der Couch zu fläzen und ein Film nach dem anderen zu schauen. Es kam Toy Story 3 im Fernsehen. Da es sich in dem Fall aber um einen Kinderfilm handelt, wurde alles  ins Isländische übersetzt. Nichts hier mit Englisch und unten Isländischer Untertitel. Leider…. Doch ich habe mehr verstanden als ich vermutet hatte und konnte sogar über die einen oder anderen Witze lachen.

 

 

~28.12.2012~

 

So langsam sollte ich ins Hótel zurück, denn nichts tun ist schön, aber so langsam würde ich schon gerne etwas Arbeiten…

Doch als ich nachmittags im Hotel ankam dachte ich mich trifft ein Schlag. Ich wollte etwas arbeiten und nicht die Küche renovieren (Geschirr stapelte sich ohne Ende) und Im Keller die Wäsche. man merkt mal wieder, dass ich nicht da war.

Dafür haben sie die Rumpelkammer in eine Sitzlaunch umgebaut. Fleißig waren sie anscheinend schon!

 

 

~31.12.2012~

 

Morgen  fängt das Jahr 2013 an. Das Jahr indem ich wieder in den Flieger steigen muss und nach Deutschland muss :(

Eigentlich wollte ich heute nach Reykjavik gehen, da man das Feuerwerk da eigentlich gesehen haben sollte. aber ich bekomme kein Auto und Buse Fahren heute Leider nicht.

Also saßen wir um Mitternacht vor dem Hótel und sahen zu wie Borgarnes ein Feuerwerk veranstaltet hat. Es war wunder schön. Doch leider sind Meine Bilder nichts geworden. Und nein das ist keine Faule Ausrede! Die sind entweder Schwarz oder einfach nur Schwarz mit ein paar hellen Punkten. aber nie ein Feuerwerk zusehen. Ich habe sie gelöscht.

Ach ja um Mitternacht haben wir mit Champagner angestoßen und wir haben uns ein Happy new year gewünscht. Jeder in seiner Muttersprache. Also hatten wir Deutsch, Tschechisch und Isländisch.  Gleðilegt ár!

 

 

~01.01.2013~

 

Es ist 7 Uhr morgens.. und ich habe immernoch kein Auge zu getahn.  Wir sind gegen zwei Uhr morgens nach Borgarnes aufgebrochen. Ich bin gefahren, da ich ja nichts getrunken habe. Wir feierten bis um 4 (dann war Sperrstunde). Als wir zurück wollten war Jan verschwunden. Ich war ja eine lange Zeit nicht mehr an unserem Tisch gesessen, da ich Elisa getroffen habe und bei ihr stand zum Quatschen. Dann auf die Toilette verschwinden wollte dort aber Magga traf, die mir jemanden vorstellte.. Der Herr, den sie mir vorstellte fragte mich, ob ich auch in Island sei wegen den Pferden. Ich Antwortete Wahrheit gemäß, dass ich nicht sonderlich viel mit Pferden anzufangen weiß und Magga, die wusste, dass ich in Háafell arbeite und meinte ich sei wegen den Ziegen hier. Also unterhielten wir uns (der Herr und ich) uns über Ziegen. Doch ab und zu war ich mir nicht sicher ob er goat oder girl sagte. Bei dem Lärm ist Verständigung ja etwas schwerer. Aber als er mich Fragte ob ich eine Lesbe sei, war mir klar, dass er girl statt goat gesagt hatte.

Naja Missverständnisse passieren halt :D

Auf jeden Fall war nach der Sperrstunde Jan verschwunden. Wir versuchten ihn anzurufen... Und erreichten ihn nicht. Michal erzählte uns, er sei bei Fremden ins Auto eingestiegen. Wir Liesen sein Mobile phone nicht still. riefen ihn an… aber erreichten ihn nie.

Um halb 5 fuhren wir dann zurück zum Hotel. Auf der Brücke wurde ich angehalten (ich habe mich an die Verkehrsregeln gehalten, aber in Island hält die Polizei bei solchen Party Nächten jeden an). Führerschein vorzeigen und Alkoholtest. Da es mein erstes Mal war, dass ich Kontrolliert wurde Flatterte mein Puls. Vor allem, als ich diesen Alkoholtest machen musste und das Ding als nur das Rote licht schien.. es dauerte ewig bis es ein grünes Zeichen gab. Ich wusste ja, dass ich nichts getrunken habe, aber das der Polizei klar zu machen wäre etwas schwieriger.

So vor einer halben Stunde kam Jan nach Hause… Ist irgendwo von der Polizei aufgegabelt worden. So alle meine betrunkenen Schäfchen sind jetzt zu Hause und im Bett. Veigar, Michal und Jan..

Und doch kann ich nicht schlafen und schrieb euch stattdessen die Mail… Na was solls..

Habt ihr wieder was zu lesen.

 

Ach ja „Sex dagar eftir jólin“ bedeutet übersetzt „Sechs Tage nach Weihnachten“ Da Weihnachten am 26.12. erst vorbei ist (nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag (Heiligaben (24.12.) zählt ja nicht als Weihnachten)

Also ist am 01.01.2013 die Frist mit den Sechs Tagen abgelaufen ^^

Und ich bin stolz auf euch, dass ihr den Weltuntergang überlebt habt und Gut ins Neue Jahr gerutscht seid. Auf die nächsten Mails im Jahre 2013

 

 

Liebe Grüße

Lena

 

 

 

Autor

Hallo mein Name ist Lena und ich bin eine  längere Zeit in Island. Ihr könnt gerne meine Blogeinträge kommentieren oder mich über das Kontaktformular anschreiben.

Heim *schnüff*

 

Zu Jedem Guten Auslandsjahr gehört auch, dass man irgendwann wieder nachhause geht

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